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Windelkosten im zweiten und dritten Lebensjahr

Nach dem ersten Geburtstag sinkt der Windelverbrauch meistens langsam. Trotzdem ist das Thema Windelkosten noch lange nicht vorbei.

Denn selbst wenn ein Kind nur noch vier oder fünf Windeln am Tag benötigt, kommen über zwei weitere Jahre schnell mehr als 3.000 Windeln zusammen.

Je nachdem, welche Windeln ihr verwendet, können allein im zweiten und dritten Lebensjahr noch einmal rund 500 bis über 1.300 Euro Windelkosten entstehen.

Wer die gesamte Wickelzeit betrachten möchte, findet die größere Rechnung in unserem Beitrag Was kosten Windeln bis zum Trockenwerden wirklich?.

Wie viele Windeln braucht ein Kind im zweiten Lebensjahr?

Im zweiten Lebensjahr wird in der Regel weniger gewickelt als bei einem Neugeborenen.

Für unsere Beispielrechnung nehmen wir durchschnittlich fünf Windeln pro Tag an.

Das sind über ein Jahr ungefähr:

ca. 1.800 Windeln im zweiten Lebensjahr

Wie stark sich der tägliche Windelverbrauch im Laufe der Wickelzeit verändern kann, zeigen wir auch ausführlicher in unserem Artikel Wie viele Windeln verbraucht ein Baby wirklich?.

Wie hoch die Kosten im zweiten Lebensjahr sind, hängt vor allem vom Stückpreis der verwendeten Windeln ab.

Preis pro Windel Kosten im zweiten Lebensjahr
0,15 € ca. 270 €
0,30 € ca. 550 €
0,40 € ca. 730 €

Selbst bei günstigen Windeln kommen also einige hundert Euro zusammen. Wer Markenwindeln, Ökowindeln oder Pants verwendet, kann deutlich mehr ausgeben.

Wenn ihr eure Ausgaben lieber monatlich betrachtet, findet ihr dazu auch unsere Rechnung Was kosten Windeln pro Monat?.

Wie hoch sind die Windelkosten im dritten Lebensjahr?

Im dritten Lebensjahr wird die Rechnung schwieriger.

Manche Kinder benötigen weiterhin tagsüber und nachts Windeln. Andere zeigen zunehmend deutlich, wann sie ausscheiden müssen oder nutzen zeitweise schon Toilette oder Töpfchen.

Es gibt dabei keinen Zeitpunkt, zu dem ein Kind trocken sein muss. Die Entwicklung verläuft individuell.

Für unsere Modellrechnung gehen wir deshalb von durchschnittlich vier Windeln pro Tag aus.

Das entspricht ungefähr:

ca. 1.500 Windeln im dritten Lebensjahr

Daraus ergeben sich folgende Kosten:

Preis pro Windel Kosten im dritten Lebensjahr
0,15 € ca. 220 €
0,30 € ca. 440 €
0,40 € ca. 580 €

Natürlich kann der tatsächliche Verbrauch deutlich niedriger oder höher liegen.

Wird ein Kind beispielsweise im Laufe des dritten Lebensjahres tagsüber trocken, sinkt der Windelbedarf erheblich. Benötigt es dagegen weiterhin rund um die Uhr Windeln, können die Kosten höher ausfallen.

Was kosten Windeln im zweiten und dritten Lebensjahr zusammen?

Über beide Jahre zusammen kommen wir in unserer Modellrechnung auf ungefähr:

ca. 3.300 Windeln

Damit entstehen ungefähr folgende Kosten:

Preis pro Windel Kosten für das zweite und dritte Lebensjahr
0,15 € ca. 500 €
0,30 € ca. 1.000 €
0,40 € ca. 1.300 €

Rund 1.000 Euro sind also durchaus realistisch, wenn eine Windel durchschnittlich etwa 30 Cent kostet.

Und dabei sprechen wir nur über das zweite und dritte Lebensjahr. Die Windeln aus dem ersten Lebensjahr kommen noch hinzu.

Wenn ihr wissen möchtet, was bei eurem eigenen Verbrauch herauskommt, könnt ihr mit unserem Windelkosten Rechner eure persönlichen Windelkosten berechnen.

Warum können Windeln für ältere Kinder teurer werden?

Mit zunehmendem Alter werden zwar meistens weniger Windeln benötigt. Gleichzeitig verändert sich aber häufig der Stückpreis.

Größere Windeln enthalten mehr Material und in einer Packung befinden sich häufig weniger Stück. Viele Familien wechseln außerdem irgendwann zu Pants. Sie können praktisch sein, wenn Kinder mobiler werden und beim Wickeln nicht mehr gerne liegen bleiben.

Der Stückpreis kann dabei höher sein. Deshalb sinken die monatlichen Windelkosten nicht automatisch im gleichen Verhältnis wie die Zahl der verwendeten Windeln.

Wie viel lässt sich mit einer Windel weniger pro Tag sparen?

Gerade im zweiten und dritten Lebensjahr wird eine andere Rechnung interessant:

Was passiert, wenn nicht jede Ausscheidung in einer Windel landet?

Schon eine eingesparte Windel pro Tag bedeutet über zwei Jahre ungefähr:

700 Windeln weniger

Je nach Preis der verwendeten Windeln entspricht das ungefähr 100 bis 300 Euro Ersparnis.

Bei zwei Windeln weniger pro Tag wären es ungefähr:

1.500 Windeln weniger

Das entspricht ungefähr 200 bis 600 Euro weniger Windelkosten.

Wie groß selbst ein einziger täglicher Abhaltemoment über eine längere Zeit werden kann, zeigen wir ausführlicher in Eine Windel weniger pro Tag: Was ein einziger Abhaltemoment bewirken kann.

Dabei muss es überhaupt nicht darum gehen, vollständig auf Windeln zu verzichten.

Kann Abhalten die Windelkosten reduzieren?

Ja. Abhalten kann dazu beitragen, dass weniger Ausscheidungen in der Windel landen und dadurch weniger Windeln benötigt werden.

Beim Abhalten geht es nicht darum, ein Kind möglichst früh trocken zu bekommen. Es geht darum, Ausscheidungen wahrzunehmen und dem Kind zusätzlich zur Windel eine andere Möglichkeit anzubieten.

Viele Familien halten beispielsweise nach dem Aufwachen, nach dem Schlafen, beim Wickeln oder dann ab, wenn ihr Kind deutlich signalisiert, dass es ausscheiden muss.

Landet dadurch regelmäßig eine Ausscheidung nicht in der Windel und kann das Backup weitergetragen werden, kann sich der Windelverbrauch ganz automatisch reduzieren.

Eine Windel weniger am Tag klingt zunächst nach wenig. Über Monate und Jahre betrachtet kann daraus jedoch eine erstaunliche Menge werden.

Und das nicht nur finanziell. Jede Einwegwindel, die tatsächlich nicht benötigt wird, muss auch nicht hergestellt, transportiert und entsorgt werden. Wie stark sich Windeln über die gesamte Wickelzeit beim Müll bemerkbar machen, zeigen wir im Beitrag Wie viel Windelmüll produziert ein Baby?.

Muss ein Kind dafür komplett windelfrei sein?

Nein.

Das ist eines der häufigsten Missverständnisse rund um Windelfrei.

Abhalten und Windelfrei bedeuten nicht, dass ein Kind keine Windeln tragen darf.

Windeln können weiterhin ein ganz selbstverständliches Backup sein. Gleichzeitig können Eltern ihrem Kind Möglichkeiten anbieten, außerhalb der Windel auszuscheiden.

Manche Familien machen das mehrmals täglich. Andere nur morgens oder in bestimmten Situationen. Und manchmal funktioniert es einige Tage wunderbar und anschließend wieder kaum.

Auch das gehört dazu.

Es muss kein Alles oder Nichts sein. Genau darum geht es auch bei Teilzeit-Windelfrei: Warum auch einzelne Momente zählen.

Wenn ihr Abhalten erst kennenlernen möchtet, zeigt euch unser kostenloser Startguide zum Abhalten Schritt für Schritt einen einfachen Einstieg.

Wie kann Abhalten im zweiten und dritten Lebensjahr einfacher werden?

Mit einem mobilen Kind verändert sich auch das Abhalten.

Ein kleines Baby lässt sich noch relativ leicht hochnehmen und abhalten. Ein laufendes Kleinkind möchte dagegen häufig selbst mitentscheiden und möglichst wenig Zeit beim An und Ausziehen verbringen.

Genau hier kann Kleidung helfen, die speziell für Abhalten und Windelfrei entwickelt wurde.

Abhaltehosen lassen sich schnell öffnen, sodass ein Kind nicht jedes Mal mehrere Kleidungsschichten vollständig ausziehen muss.

Eine Abhaltewindel kann gleichzeitig als wiederverwendbares Backup dienen. Sie gibt Sicherheit im Alltag und lässt sich schnell öffnen, wenn ein passender Abhaltemoment entsteht.

Auch waschbare Windeleinlagen können Teil eines solchen wiederverwendbaren Backup Systems sein.

So kann Abhalten Teil des Alltags werden, ohne dass daraus ein Alles oder Nichts Projekt entstehen muss.

Wie hoch sind eure persönlichen Windelkosten?

Unsere Rechnungen zeigen bewusst nur Größenordnungen. Eure tatsächlichen Kosten können ganz anders aussehen.

Vielleicht verwendet ihr besonders günstige Windeln. Vielleicht kauft ihr überwiegend Pants. Vielleicht braucht euer Kind nur noch drei Windeln täglich oder weiterhin sechs.

Deshalb haben wir einen Windelkosten Rechner entwickelt.

Dort könnt ihr mit euren eigenen Zahlen berechnen, wie viele Windeln ihr voraussichtlich benötigt, was euch diese kosten und welchen Unterschied bereits einzelne nicht benötigte Windeln machen können.

Jetzt eure persönlichen Windelkosten berechnen

Was bleibt von der Rechnung?

Auch nach dem ersten Geburtstag können Windeln noch ein erheblicher Kostenfaktor sein.

Bei unserer Beispielrechnung kommen im zweiten und dritten Lebensjahr zusammen rund 3.300 Windeln zusammen.

Das entspricht ungefähr 500 bis 1.300 Euro, abhängig davon, welche Windeln verwendet werden.

Gleichzeitig zeigt die Rechnung etwas anderes:

Es muss nicht darum gehen, von heute auf morgen keine Windeln mehr zu benutzen.

Schon eine Windel weniger am Tag kann über zwei Jahre rund 700 Windeln einsparen.

Abhalten kann dafür eine Möglichkeit sein. Ohne Druck, ohne starres Training und ohne den Anspruch, dass es immer funktionieren muss.

Manchmal beginnt eine große Veränderung tatsächlich mit nur einer einzigen Windel weniger.

Was könnt ihr als Nächstes lesen?

FÜR DEN EINSTIEG

Abhalten ist neu für dich?

Hier findest du einen einfachen Einstieg – ohne Druck, ohne Perfektion. Nur das, was für euch funktioniert.

ZUM EINSTIEGSGUIDE

Häufige Fragen zum Abhalten

Viele Eltern haben am Anfang ähnliche Fragen. Hier findest du die wichtigsten Antworten auf einen Blick.

Ab wann kann ich mit dem Abhalten beginnen?

Du kannst ab dem ersten Tag starten. Viele Eltern beginnen direkt nach der Geburt – andere erst Wochen oder Monate später. Beides ist völlig in Ordnung. Dein Baby bringt die Fähigkeit von Anfang an mit.

Muss ich komplett auf Windeln verzichten?

Nein. Abhalten bedeutet nicht, dass du keine Windeln mehr benutzt. Viele Familien kombinieren beides ganz entspannt. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Kommunikation mit deinem Baby.

Was, wenn ich die Signale meines Babys nicht erkenne?

Das ist am Anfang ganz normal. Mit der Zeit wirst du dein Baby immer besser verstehen. Du kannst zusätzlich feste Zeitpunkte nutzen, zum Beispiel nach dem Schlafen oder Stillen.

Ist Abhalten nicht stressig im Alltag?

Viele Eltern empfinden eher das Gegenteil. Weniger volle Windeln, weniger Stress beim Wickeln – und oft eine ruhigere, klarere Kommunikation mit dem Baby.

Funktioniert Abhalten auch nachts?

Ja, das ist möglich. Viele Babys melden sich auch nachts. Wichtig ist, dass du einen Weg findest, der für euch beide entspannt ist. Es muss nicht perfekt sein – jeder kleine Schritt zählt.

Was mache ich, wenn es nicht klappt?

Dann ist das völlig in Ordnung. Abhalten ist kein Alles-oder-nichts-Konzept. Du kannst jederzeit pausieren und später wieder einsteigen. Jeder Versuch ist ein Schritt nach vorn.

Was hilft mir beim Einstieg am meisten?

Am wichtigsten ist Vertrauen in dich und dein Baby. Und manchmal helfen kleine, durchdachte Dinge, die den Alltag einfacher machen – zum Beispiel Kleidung, die sich schnell öffnen lässt oder eine passende Abhaltewindel.

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