Über dem Waschbecken, auf dem Töpfchen, im Arm oder auf der Toilette: Beim Abhalten gibt es nicht die eine richtige Position.
Welche Haltung gut funktioniert, hängt unter anderem vom Alter deines Babys, seiner motorischen Entwicklung, der Situation und davon ab, wie sicher und bequem ihr euch beide fühlt.
In diesem Artikel zeigen wir dir 10 praktische Abhaltepositionen – von körpernahen Varianten für sehr kleine Babys bis zu Positionen für größere, motorisch stabilere Kinder.
Wichtig dabei: Keine Position muss funktionieren. Wenn dein Baby sich wegdrückt, stark anspannt oder deutlich protestiert, wird das Angebot beendet.
Hinweis: Die Bezeichnungen der Positionen in diesem Artikel sind beschreibende Begriffe und keine standardisierten medizinischen Fachbegriffe.
Kurz gesagt: Welche Abhalteposition ist die beste?
Es gibt keine wissenschaftlich festgelegte „beste“ Abhalteposition.
Eine gute Position ist die, in der:
- dein Baby sicher unterstützt ist,
- Kopf und Nacken bei kleinen Babys ausreichend gestützt werden,
- du selbst stabil sitzt oder stehst,
- die Beine deines Babys nicht in eine Haltung gezwungen werden und
- dein Baby die Situation akzeptiert.
Für den Einstieg reichen oft ein oder zwei einfache Positionen vollkommen aus.
1. Wiegehaltung

Bei der Wiegehaltung liegt dein Baby körpernah in deinen Armen.
Besonders bei Neugeborenen und sehr kleinen Babys werden Kopf, Nacken und Rumpf vollständig unterstützt.
Die Haltung ist praktisch, solange dein Baby noch wenig eigene Rumpfkontrolle hat. Für das Abhalten kann ein geeignetes Gefäß unter dem Po platziert werden.
Wichtig: Halte dein Baby nah am eigenen Körper und achte darauf, dass der Kopf nicht nach hinten wegkippt.
2. Anhockhaltung im Sitzen auf der Toilette

Bei dieser Variante sitzt du selbst auf der Toilette und hältst dein Baby vor dir in einer gut gestützten Anhockposition.
Dein Baby bleibt dabei die ganze Zeit in deinen Händen beziehungsweise an deinem Körper abgestützt. Weil du selbst sitzt, kannst du die Haltung stabil und körpernah sichern.
Achte darauf, dass die Beine deines Babys nur locker angewinkelt sind und du nicht an Füßen oder Unterschenkeln ziehst.
3. Bauch-an-Bauch

Bei der Bauch-an-Bauch-Position liegt die Vorderseite deines Babys nah an deinem Oberkörper.
Du hältst dein Baby körpernah und stützt Kopf und Rumpf so, wie es seinem Entwicklungsstand entspricht.
Der enge Körperkontakt ist das prägende Merkmal dieser Haltung. Wichtig ist außerdem, dass du selbst sicher sitzt oder stehst.
4. Anhock-Spreizhaltung

Bei der Anhock-Spreizhaltung liegt der Rücken deines Babys an deinem Oberkörper.
Du unterstützt es unter den Oberschenkeln, sodass die Beine locker angewinkelt sind und der Po frei bleibt.
Die Beine werden nicht nach außen gezogen oder in eine möglichst starke Spreizung gebracht.
Wichtig: Unterstütze unter den Oberschenkeln und ziehe nicht an Füßen oder Unterschenkeln.
5. Abhalten am Badewannenrand

Bei dieser Variante sitzt du auf dem Badewannenrand und hältst dein Baby sicher vor dir über die Wanne.
Dein Baby kann dabei direkt in die Badewanne ausscheiden.
Wichtig: Sitze selbst stabil und halte dein Baby während der gesamten Zeit sicher.
6. Stehend in der Badewanne

Bei dieser Variante steht dein Kind in der Badewanne, während du selbst außerhalb der Wanne bleibst und es begleitest.
Das Kind kann direkt in die Badewanne ausscheiden. Diese Möglichkeit passt erst, wenn es bereits sicher stehen kann.
Wichtig: Badewannen können rutschig sein. Bleib deshalb unmittelbar dabei und sorge dafür, dass dein Kind stabil steht.
7. Abhalten in der Hocke

Bei dieser Variante gehst du selbst in die Hocke und hältst dein Baby dabei sicher vor deinem Körper.
Entscheidend ist, dass du in der Hocke stabil bleibst und dein Baby jederzeit sicher halten kannst.
Wenn du dabei schnell das Gleichgewicht verlierst oder dich unsicher fühlst, ist eine andere Position die bessere Wahl.
8. Unterstütztes Sitzen am Töpfchen

Bei dieser Position sitzt dein Baby auf dem Töpfchen und wird – je nach motorischer Entwicklung – von dir an Rumpf oder Hüfte unterstützt.
Die Variante ist für Babys gedacht, die bereits ausreichend motorische Stabilität haben.
Sehr kleine Babys sollten nicht frei auf einem Töpfchen sitzen.
Das Baby bleibt währenddessen immer beaufsichtigt.
9. Abhalten beim Stillen

Bei dieser Position wird dein Baby gestillt und kann gleichzeitig ausscheiden.
Es bleibt dabei in der vertrauten Stillhaltung. Der Po wird so positioniert, dass die Ausscheidung aufgefangen werden kann, ohne die Trinkposition unnötig zu verändern.
Ernährung hat Vorrang. Nutze diese Variante nur, wenn das Stillen dadurch nicht gestört wird.
10. Körpernah über der Toilette

Bei dieser Variante hältst du dein Kind eng an deinem Körper und positionierst es so über der Toilette, dass es direkt hinein ausscheiden kann.
Der enge Körperkontakt gibt Halt. Dein Kind sitzt dabei nicht selbstständig auf der Toilette.
Wichtig: Halte dein Kind während der gesamten Zeit sicher und stabil.
Welche Abhalteposition passt zu welchem Alter?
Starre Altersgrenzen sind beim Abhalten wenig hilfreich.
Zwei Babys im gleichen Alter können motorisch sehr unterschiedlich weit sein.
Sinnvoller ist es, nach der Entwicklung zu schauen.
Sehr kleine Babys und Neugeborene
Hier eignen sich vor allem körpernahe Positionen. Kopf, Nacken und Rumpf werden vollständig unterstützt.
Typische Varianten sind Wiegehaltung, körpernahe Anhock-Spreizhaltung oder Wiegehaltung mit Töpfchen beziehungsweise Schüssel.
Mehr zum frühen Einstieg findest du unter Neugeborenes abhalten.
Babys mit mehr Kopf und Rumpfkontrolle
Mit zunehmender Stabilität werden zusätzliche Varianten möglich.
Dazu gehören beispielsweise frontal gestütztes Abhalten, stabilere Anhockpositionen oder unterstütztes Sitzen am Töpfchen.
Motorisch stabilere Babys und Kleinkinder
Später können Töpfchen oder Toilette stärker in den Vordergrund rücken.
Das bedeutet aber nicht, dass ein Kind möglichst früh selbstständig sitzen oder aufs Töpfchen gesetzt werden muss.
Die passende Position ergibt sich aus Entwicklung und Alltag.
Muss ein Baby beim Abhalten hocken?
Nein.
Das Bild vom Abhalten ist häufig stark mit der Anhock-Spreizhaltung verbunden. Sie ist praktisch, aber nicht die einzige Möglichkeit.
Besonders bei sehr jungen Babys kann eine körpernahe Wiegehaltung angenehmer sein. Andere Babys mögen später eher ein Töpfchen.
Deshalb solltest du dich nicht auf eine bestimmte Form festlegen.
Welche Position eignet sich für Pipi?
Grundsätzlich kann ein Baby in verschiedenen Abhaltepositionen urinieren.
Praktisch spielt vor allem eine Rolle, wohin der Urinstrahl geht.
Bei Jungen kann der Strahl stärker nach vorne gerichtet sein. Dann kann ein Töpfchen mit höherem vorderen Rand oder eine entsprechend angepasste Haltung praktisch sein.
Welche Position eignet sich für Stuhlgang?
Für den Stuhlgang kann eine bequeme, gut unterstützte Haltung mit gebeugten Hüften und Knien passend sein.
Das bedeutet aber nicht, dass du dein Baby möglichst stark anhocken solltest.
Eine angenehme, unterstützte Position reicht aus.
Beim Stuhlgang kann es etwas länger dauern als bei einem schnellen Pipi. Solange dein Baby entspannt ist, kannst du ihm Zeit geben.
Welche Position ist unterwegs praktisch?
Unterwegs hängt vieles von der Umgebung ab.
Praktisch können klassische Anhock-Spreizhaltung über einer Toilette, Wiegehaltung mit kleinem Töpfchen, Abhalten im Sitzen oder eine sichere Hockposition sein.
Du musst unterwegs keine perfekte Position improvisieren. Wenn sich keine sichere Möglichkeit ergibt, übernimmt einfach das Backup.
Welche Abhalteposition ist nachts praktisch?
Nachts sollte eine Position möglichst wenig Unruhe verursachen.
Praktisch können eine Wiegehaltung, Abhalten im Sitzen oder ein kleines Töpfchen direkt am Bett sein.
Wenn dein Baby schläft, darf es schlafen. Es muss nicht für Windelfrei geweckt werden.
Was ist bei allen Abhaltepositionen wichtig?
- Kopf und Nacken kleiner Babys ausreichend stützen.
- Den Rumpf sicher halten.
- Nicht an Füßen oder Unterschenkeln ziehen.
- Beine nicht in eine bestimmte Haltung zwingen.
- Selbst stabil sitzen oder stehen.
- Babys auf erhöhten Flächen nie unbeaufsichtigt lassen.
- Protest ernst nehmen.
Wenn dein Baby sich stark wegdrückt, weint oder deutlich anspannt, beendest du das Angebot.
Muss eine Abhalteposition den Darm oder die Blase unterstützen?
Bestimmte Körperhaltungen können sich für das Ausscheiden angenehm anfühlen.
Es gibt aber keinen Grund, eine einzelne Abhalteposition als medizinische Behandlung darzustellen.
Insbesondere sollte nicht behauptet werden, eine Position würde nachweislich Dyschezie, Verstopfung oder andere Beschwerden behandeln.
Wenn dein Baby anhaltende Schmerzen, starke Verdauungsbeschwerden oder Auffälligkeiten beim Wasserlassen zeigt, gehört das medizinisch abgeklärt.
Was, wenn mein Baby eine Position nicht mag?
Dann probierst du sie nicht weiter.
Du kannst eine andere Position ausprobieren, einen anderen Zeitpunkt wählen, das Angebot später erneut machen oder eine Pause einlegen.
Abhalten funktioniert nicht besser, wenn eine Position gegen Widerstand durchgehalten wird.
Wie lange sollte man eine Position halten?
Es gibt keine feste Minutenzahl.
Wenn dein Baby gerade Pipi machen muss, kommt die Ausscheidung häufig relativ schnell. Beim Stuhlgang kann es etwas länger dauern.
Entscheidend ist aber nicht die Uhr, sondern die Reaktion deines Babys.
Mehr dazu findest du in unserem Artikel Wie lange sollte man ein Baby beim Abhalten halten?.
Muss ich alle 10 Positionen ausprobieren?
Nein. Diese Übersicht soll dir Möglichkeiten zeigen – keine Checkliste liefern.
Für viele Familien reichen ein oder zwei Positionen über Monate hinweg vollkommen aus.
Vielleicht nutzt ihr zuhause die Anhock-Spreizhaltung und nachts eine Wiegehaltung. Vielleicht funktioniert ein Töpfchen irgendwann besser. Oder ihr wechselt je nach Situation.
Es gibt keinen Grund, möglichst viele Varianten zu beherrschen.
Welche Position eignet sich zum Einstieg?
Für den Anfang würde ich die Position wählen, in der du dich selbst am sichersten fühlst.
Bei sehr kleinen Babys ist das häufig eine körpernahe Haltung. Bei etwas größeren Babys kann die klassische Anhock-Spreizhaltung praktisch sein.
Wenn du unsicher bist, beginne zuhause in einer ruhigen Situation – nicht unterwegs oder dann, wenn es schnell gehen muss.
Unser kostenloser Startguide zum Abhalten zeigt dir den Einstieg Schritt für Schritt.
Fazit: Die beste Abhalteposition ist die, die zu euch passt
Es gibt nicht die eine Position, in der Babys abgehalten werden müssen.
Wiegehaltung, Anhock-Spreizhaltung, Bauch-an-Bauch, Töpfchen oder Toilette sind unterschiedliche Möglichkeiten für unterschiedliche Situationen und Entwicklungsphasen.
Entscheidend sind Sicherheit und Komfort.
Dein Baby sollte gut unterstützt sein, du solltest dich stabil fühlen und ein deutliches Nein beendet das Angebot.
Für den Anfang reicht eine einzige Position, mit der ihr beide gut zurechtkommt. Alles Weitere kann sich mit der Zeit entwickeln.
Häufige Fragen zu Abhaltepositionen
Welche Abhalteposition ist für Neugeborene geeignet?
Für Neugeborene eignen sich besonders körpernahe Positionen, bei denen Kopf, Nacken und Rumpf vollständig unterstützt werden. Eine Wiegehaltung oder eine gut gestützte Anhockposition kann dafür praktisch sein.
Kann man ein Baby über dem Waschbecken abhalten?
Ja. Viele Familien nutzen dafür eine Anhock-Spreizhaltung. Wichtig ist, dass du selbst stabil stehst und dein Baby sicher hältst.
Kann man ein Baby über der Toilette abhalten?
Ja. Du kannst dein Baby eng am Körper halten und sicher über der Toilette positionieren, sodass es direkt hinein ausscheiden kann. Entscheidend ist, dass du es während der gesamten Zeit stabil hältst.
Muss mein Baby sitzen können, um ein Töpfchen zu benutzen?
Nicht unbedingt. Sehr kleine Babys können über einem Töpfchen gehalten werden. Für selbstständiges oder unterstütztes Sitzen am Töpfchen sollte jedoch ausreichend motorische Stabilität vorhanden sein.
Ist die Anhock-Spreizhaltung die beste Abhalteposition?
Nein. Sie ist eine verbreitete und praktische Position, aber nicht für jedes Baby oder jede Situation die beste. Körpernahe Wiegehaltungen oder Töpfchenvarianten können genauso gut passen.
Was tun, wenn sich mein Baby beim Abhalten durchstreckt?
Dann solltest du die Position beenden. Vielleicht muss dein Baby gerade nicht, die Haltung ist unangenehm oder es möchte sich bewegen. Gegen deutlichen Widerstand sollte nicht weiter abgehalten werden.
Welche Abhalteposition hilft bei Verstopfung?
Keine einzelne Abhalteposition ist als Behandlung von Verstopfung belegt. Eine angenehme, unterstützte Haltung kann sich für dein Baby passend anfühlen, ersetzt bei anhaltenden Beschwerden aber keine medizinische Abklärung.








