Ein Windeleimer kostet vielleicht 20 oder 30 Euro.
Damit scheint das Thema erledigt.
Bei vielen Windeleimern beginnt die eigentliche Rechnung aber erst nach dem Kauf.
Denn spezielle Nachfüllkassetten müssen regelmäßig ersetzt werden. Eine Kassette kostet vielleicht nur wenige Euro. Über zwei oder drei Jahre können daraus jedoch mehrere hundert Euro werden.
Deshalb ist beim Kauf eines Windeleimers nicht nur eine Frage interessant:
Was kostet der Eimer?
Sondern vor allem:
Was kostet das gesamte System über die Windelzeit?
Wie viel kostet ein Windeleimer?
Windeleimer gibt es in sehr unterschiedlichen Preisklassen.
Einfache Modelle kosten teilweise nur ungefähr 10 bis 20 Euro.
Viele spezielle Windeleimer mit Geruchsschutz liegen ungefähr zwischen 20 und 60 Euro.
Andere Systeme, die ohne spezielle Nachfüllkassetten auskommen oder besonders groß und aufwendig konstruiert sind, können 50, 100 Euro oder mehr kosten.
Damit ist der Anschaffungspreis allein allerdings noch kein sinnvoller Kostenvergleich.
Ein Eimer für 20 Euro kann langfristig teurer sein als ein Eimer für 60 Euro.
Entscheidend sind die Folgekosten.
Was sind Nachfüllkassetten für Windeleimer?
Viele spezielle Windeleimer verwenden keine gewöhnlichen Müllbeutel.
Stattdessen wird eine Kassette mit Folie in den Eimer eingesetzt.
Je nach System werden die benutzten Windeln anschließend in einer durchgehenden Folie gesammelt oder beim Einwerfen teilweise einzeln eingeschlossen.
Das soll vor allem Gerüche reduzieren und die Entsorgung angenehmer machen.
Ist die Folie aufgebraucht, muss eine neue Kassette gekauft werden.
Genau dadurch wird aus einer einmaligen Anschaffung ein dauerhaftes Verbrauchsprodukt.
Wie viel kostet eine Nachfüllkassette?
Der Preis hängt stark vom System, Hersteller und der gekauften Packungsgröße ab.
Als grobe Orientierung kann eine Nachfüllkassette etwa:
4 bis 8 Euro pro Stück
kosten.
Großpackungen können pro Kassette günstiger sein als kleine Packungen.
Aber genau wie bei Windeln gilt:
Nicht der Packungspreis ist entscheidend, sondern der Preis pro Kassette und wie lange sie tatsächlich reicht.
Wie lange hält eine Nachfüllkassette?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Die Hersteller geben teilweise an, wie viele Windeln theoretisch mit einer Kassette entsorgt werden können.
Diese Angaben sind allerdings nur eine Orientierung.
Die tatsächliche Nutzungsdauer hängt unter anderem davon ab:
- wie viele Windeln ihr täglich entsorgt
- wie groß die Windeln sind
- wie viel Folie das jeweilige System pro Windel verwendet
- wie voll ihr den Beutel werden lasst
- ob jede Windel im Windeleimer landet
Eine Kassette, die bei kleinen Neugeborenenwindeln lange hält, kann bei großen Pants deutlich schneller aufgebraucht sein.
Deshalb ist die Frage „Wie viele Windeln passen in eine Kassette?“ für eine langfristige Kostenrechnung nur bedingt geeignet.
Interessanter ist eure tatsächliche Erfahrung:
Wie viele Kassetten brauchen wir pro Monat?
Was kosten Nachfüllkassetten pro Monat?
Nehmen wir für eine einfache Modellrechnung einen Preis von ungefähr 6 Euro pro Kassette.
| Verbrauch | Kosten pro Monat | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| 1 Kassette pro Monat | ca. 6 € | ca. 70 € |
| 1,5 Kassetten pro Monat | ca. 9 € | ca. 110 € |
| 2 Kassetten pro Monat | ca. 12 € | ca. 145 € |
Sechs oder zwölf Euro im Monat wirken zunächst nicht besonders viel.
Genau darin liegt aber die Besonderheit vieler Verbrauchsprodukte rund ums Wickeln.
Sie werden nicht einmal gekauft.
Sondern Monat für Monat.
Wie sich solche kleinen Zusatzbeträge zusammen mit Feuchttüchern, Pflegeprodukten und anderem Zubehör summieren können, betrachten wir auch in unserem Artikel über die versteckten Windelkosten.
Was kosten Nachfüllkassetten über zweieinhalb Jahre?
Jetzt wird die Rechnung interessanter.
Für unsere Windelkosten Rechnungen verwenden wir häufig eine Modell Windelzeit von ungefähr 30 Monaten.
Wenn eine Kassette durchschnittlich 6 Euro kostet, ergeben sich folgende Größenordnungen:
| Verbrauch | Kosten über 30 Monate |
|---|---|
| 1 Kassette pro Monat | ca. 180 € |
| 1,5 Kassetten pro Monat | ca. 270 € |
| 2 Kassetten pro Monat | ca. 360 € |
Dazu kommt noch der Anschaffungspreis des Windeleimers.
Ein Eimer für 25 Euro, der anschließend durchschnittlich eine Kassette im Monat benötigt, kostet über 30 Monate also nicht nur 25 Euro.
Sondern ungefähr:
200 Euro.
Bei höherem Kassettenverbrauch können daraus auch 300 oder 400 Euro werden.
Kann ein günstiger Windeleimer langfristig teuer sein?
Ja.
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt bei einem Windeleimer mit Nachfüllsystem.
Nehmen wir zwei vereinfachte Beispiele.
System A:
- Windeleimer: 20 €
- Nachfüllkassetten: durchschnittlich 9 € pro Monat
Nach 30 Monaten:
ca. 290 Euro Gesamtkosten.
System B:
- Windeleimer: 60 €
- Verwendung gewöhnlicher Müllbeutel
Ob System B am Ende tatsächlich günstiger ist, hängt natürlich von den verwendeten Beuteln ab.
Aber das Beispiel zeigt:
Der Anschaffungspreis allein sagt fast nichts darüber aus, welches System langfristig günstiger ist.
Was kosten Windeleimer ohne Nachfüllkassetten?
Es gibt Windeleimer, die mit gewöhnlichen Müllbeuteln verwendet werden können.
Solche Modelle können in der Anschaffung teilweise teurer sein als einfache Kassetteneimer.
Dafür seid ihr anschließend nicht an spezielle Nachfüllkassetten gebunden.
Die laufenden Kosten hängen dann hauptsächlich davon ab:
- welche Müllbeutel ihr verwendet
- wie häufig ihr den Eimer leert
- wie groß der Eimer ist
Auch ein normaler Müllbeutel ist natürlich nicht kostenlos.
Der große Unterschied ist aber:
Ihr könnt den Preis und die Art des Beutels meist selbst wählen.
Braucht man überhaupt einen speziellen Windeleimer?
Nein.
Ein spezieller Windeleimer ist ein Komfortprodukt und keine notwendige Voraussetzung fürs Wickeln.
Viele Familien verwenden einen einfachen verschließbaren Mülleimer.
Andere bringen stark verschmutzte Windeln direkt zum Restmüll.
Wieder andere möchten gerade in den ersten Monaten einen speziellen geruchsdichten Windeleimer direkt neben dem Wickelplatz nicht missen.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab:
- wo ihr wickelt
- wo der Restmüll steht
- wie häufig der Müll geleert wird
- wie empfindlich ihr gegenüber Gerüchen seid
- wie viel Komfort euch wichtig ist
Es geht also nicht darum, dass ein spezieller Windeleimer grundsätzlich unnötig wäre.
Interessant ist lediglich, seine tatsächlichen Kosten zu kennen.
Was kostet ein Windeleimer pro entsorgter Windel?
Auch das lässt sich nur individuell berechnen.
Die Grundrechnung lautet:
Gesamtkosten der Kassetten ÷ Zahl der darin entsorgten Windeln = Entsorgungskosten pro Windel
Nehmen wir ein einfaches Beispiel.
Eine Familie gibt über die gesamte Windelzeit rund 250 Euro für Nachfüllkassetten aus und entsorgt damit ungefähr 3.500 Windeln.
Dann kostet allein das Kassetten System durchschnittlich ungefähr:
7 Cent pro entsorgter Windel.
Das klingt wieder nach sehr wenig.
Aber wenn die Einwegwindel selbst beispielsweise 30 Cent kostet, steigen die tatsächlichen Kosten dieses Windelwechsels damit vereinfacht auf:
37 Cent.
Feuchttücher, Cremes oder Windelbeutel wären dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Genau deshalb unterscheiden wir in unserem Kosten Cluster zwischen den reinen Windelkosten und den zusätzlichen Kosten rund ums Wickeln.
Wie groß ist der Unterschied zwischen Windelpreis und tatsächlichen Wickelkosten?
Nehmen wir eine Einwegwindel für 30 Cent.
Dazu kommen beispielsweise:
- einige Cent für Feuchttücher
- anteilige Kosten für den Windeleimer
- anteilige Kosten für Nachfüllkassetten
- gegebenenfalls Pflegeprodukte oder Windelbeutel
Dann kostet der einzelne Windelwechsel nicht mehr nur die 30 Cent, die auf die Windel entfallen.
Über Tausende Windelwechsel kann dieser Unterschied erheblich werden.
Wer zunächst wissen möchte, welche Größenordnung allein die Einwegwindeln erreichen können, findet in unserem Windelkosten Rechner eine persönliche Berechnung.
Wie unterscheiden sich die Kosten bei einer oder zwei Kassetten pro Monat?
Gerade kleine Unterschiede beim Verbrauch werden über eine lange Windelzeit sichtbar.
Bei beispielhaft 6 Euro pro Kassette ergibt sich:
| Zeitraum | 1 Kassette monatlich | 2 Kassetten monatlich |
|---|---|---|
| 6 Monate | ca. 35 € | ca. 70 € |
| 12 Monate | ca. 70 € | ca. 145 € |
| 24 Monate | ca. 145 € | ca. 290 € |
| 30 Monate | ca. 180 € | ca. 360 € |
Das zeigt:
Eine Kassette mehr oder weniger pro Monat kann über die gesamte Wickelzeit einen Unterschied von fast 200 Euro machen.
Wie kann man bei Nachfüllkassetten sparen?
Wenn ihr bereits einen Kassetteneimer verwendet, gibt es einige einfache Möglichkeiten, die laufenden Kosten im Blick zu behalten.
-
Preis pro Kassette vergleichen.
Großpackungen können günstiger sein, müssen es aber nicht. -
Verbrauch beobachten.
Wie lange reicht eine Kassette bei euch tatsächlich? -
Nicht nur den Eimerpreis vergleichen.
Schaut vor dem Kauf auch auf die Kosten der passenden Nachfüllprodukte. -
Gesamtkosten hochrechnen.
Schon eine einfache Rechnung für zwölf Monate zeigt, welche Größenordnung euch erwartet.
Eine günstige Starterbox ist nicht automatisch das günstigste System.
Lohnt sich ein Windeleimer mit Nachfüllkassetten?
Das lässt sich nicht nur anhand des Preises beantworten.
Für viele Eltern ist ein guter Geruchsschutz im Schlafzimmer, Badezimmer oder Kinderzimmer viel wert.
Vielleicht erspart euch der Eimer tägliche Wege zum Restmüll.
Vielleicht empfindet ihr das System als besonders hygienisch oder komfortabel.
Dann können auch höhere laufende Kosten für euch vollkommen in Ordnung sein.
Der entscheidende Punkt ist:
Ihr solltet wissen, dass diese Kosten entstehen.
Dann könnt ihr bewusst entscheiden, ob euch der Komfort den Preis wert ist.
Kann Abhalten auch die Kosten für den Windeleimer beeinflussen?
Grundsätzlich ja, wenn dadurch tatsächlich weniger Einwegwindeln entsorgt werden.
Beim Abhalten bekommt euer Baby die Möglichkeit, außerhalb der Windel auszuscheiden.
Bleibt das Backup dabei sauber und kann weitergetragen werden, muss keine neue Einwegwindel verwendet und die alte nicht entsorgt werden.
Dadurch landet auch eine Windel weniger im Windeleimer.
Ob dadurch tatsächlich weniger Nachfüllkassetten benötigt werden, hängt natürlich davon ab, wie häufig das vorkommt und wie euer Windeleimer funktioniert.
Eine einzelne Windel verändert kaum etwas.
Über längere Zeit können sich einzelne Abhaltemomente aber summieren.
Wie groß dieser Effekt werden kann, zeigen wir im Artikel Fast 1.000 Windeln weniger: Was ein einziger Abhaltemoment pro Tag bewirken kann.
Was hat der Windeleimer mit Windelmüll zu tun?
Ein Windeleimer reduziert den Windelmüll nicht.
Er organisiert lediglich seine Aufbewahrung bis zur Entsorgung.
Bei Kassetten Systemen kommt zusätzlich die verwendete Folie hinzu.
Wie viel Müll Einwegwindeln selbst über die gesamte Windelzeit verursachen können, betrachten wir ausführlicher in unserem Artikel Wie viel Windelmüll produziert ein Baby?.
Auch deshalb ist es interessant, nicht nur über die Entsorgung der Windeln nachzudenken, sondern darüber, wie viele Einwegwindeln tatsächlich benötigt werden.
Welche Kosten sollte man vor dem Kauf vergleichen?
Wenn ihr einen Windeleimer kaufen möchtet, schaut nicht nur auf den Preis auf dem Karton.
Diese fünf Fragen sind langfristig interessanter:
- Was kostet der Windeleimer?
- Braucht er spezielle Nachfüllkassetten?
- Was kostet eine Kassette?
- Wie lange reicht eine Kassette bei unserem Verbrauch ungefähr?
- Was kostet das gesamte System über zwei oder drei Jahre?
Erst die letzte Frage macht unterschiedliche Systeme finanziell wirklich vergleichbar.
Was kosten Windeleimer und Nachfüllkassetten also wirklich?
Der Windeleimer selbst kann von ungefähr 10 Euro bis deutlich über 100 Euro kosten.
Bei einem System mit Nachfüllkassetten ist der Anschaffungspreis aber möglicherweise nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten.
Wer über zweieinhalb Jahre regelmäßig Kassetten nachkauft, kann dafür zusätzlich ungefähr:
150 bis mehrere hundert Euro
ausgeben.
Wie hoch der Betrag tatsächlich ist, hängt vor allem vom Preis der Kassetten und eurem persönlichen Verbrauch ab.
Deshalb lohnt sich beim Kauf eine andere Denkweise:
Nicht:
Welcher Windeleimer ist am billigsten?
Sondern:
Welches System kostet uns über die gesamte Windelzeit wie viel?
Genau diese kleinen wiederkehrenden Ausgaben machen einen Teil der tatsächlichen Wickelkosten aus.
Und wer seine gesamten Windelkosten einmal mit den eigenen Zahlen durchspielen möchte, kann dafür unseren Windelkosten Rechner nutzen.
Was könnt ihr als Nächstes lesen?
- Wie viel kosten Windeln bis zum Trockenwerden wirklich?
- Was kosten Windeln pro Monat?
- Windelkosten Rechner: Berechnet eure persönlichen Kosten
- Wie viel Windelmüll produziert ein Baby?
- Fast 1.000 Windeln weniger: Was ein Abhaltemoment pro Tag bewirken kann
Häufige Fragen zu Windeleimern und Nachfüllkassetten
Wie viel kostet ein Windeleimer?
Einfache Windeleimer gibt es teilweise bereits für ungefähr 10 bis 20 Euro. Spezielle geruchsdichte Systeme kosten häufig etwa 20 bis 60 Euro. Hochwertigere oder größere Modelle ohne spezielle Nachfüllkassetten können 50 bis über 100 Euro kosten.
Wie viel kostet eine Nachfüllkassette?
Je nach Hersteller, System und Packungsgröße kann eine Nachfüllkassette grob etwa 4 bis 8 Euro kosten. In größeren Vorratspackungen kann der Preis pro Kassette niedriger sein.
Wie lange reicht eine Nachfüllkassette?
Das hängt vom jeweiligen System, der Größe der Windeln und der Zahl der täglich entsorgten Windeln ab. Herstellerangaben zur maximalen Zahl der Windeln sind deshalb nur eine Orientierung.
Wie viel kosten Nachfüllkassetten pro Jahr?
Bei einem beispielhaften Preis von 6 Euro pro Kassette kostet eine Kassette pro Monat ungefähr 70 Euro im Jahr. Werden zwei Kassetten pro Monat benötigt, sind es ungefähr 145 Euro.
Wie viel können Nachfüllkassetten über die gesamte Windelzeit kosten?
Bei einer angenommenen Windelzeit von 30 Monaten und einer Kassette für durchschnittlich 6 Euro ergeben sich bei einer Kassette monatlich ungefähr 180 Euro. Bei zwei Kassetten pro Monat wären es rund 360 Euro.
Braucht man einen speziellen Windeleimer?
Nein. Ein spezieller Windeleimer ist ein Komfortprodukt. Auch ein normaler verschließbarer Mülleimer kann verwendet werden. Welche Lösung zu euch passt, hängt unter anderem von Wickelplatz, Geruchsempfinden und gewünschtem Komfort ab.
Was ist günstiger: Windeleimer mit Kassette oder ohne?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Kassetteneimer kann günstig in der Anschaffung sein, verursacht aber regelmäßige Folgekosten. Ein System ohne Spezialkassetten kann zunächst teurer sein, dafür können die laufenden Kosten niedriger ausfallen. Entscheidend sind die Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer.
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