Dein Baby hat schon wieder Schluckauf? Vielleicht direkt nach dem Stillen, mitten im Fläschchen, beim Einschlafen oder scheinbar völlig ohne Grund?
Gerade bei Neugeborenen kann das erstaunlich häufig vorkommen.
Manchmal wackelt der ganze kleine Körper bei jedem „Hicks“ mit und du fragst dich:
Ist so viel Schluckauf bei einem Baby wirklich normal?
Die kurze Antwort lautet:
Ja. Schluckauf ist bei Neugeborenen und jungen Babys sehr häufig und in den allermeisten Fällen harmlos.
Oft scheint er die Eltern sogar deutlich mehr zu stören als das Baby selbst.
Du musst einen normalen Schluckauf deshalb nicht unbedingt stoppen.
Wenn er während des Trinkens auftritt, dein Baby unruhig wird oder sehr hastig trinkt, können eine kleine Pause, eine andere Position oder ein Bäuerchen helfen.
Und wenn dein Baby trotz Schluckauf zufrieden ist?
Dann darfst du häufig einfach abwarten.
Baby hat Schluckauf: Das Wichtigste auf einen Blick
| Situation | Einordnung | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Gelegentlicher Schluckauf | Bei Babys sehr häufig und meist normal | Oft nichts notwendig |
| Schluckauf nach dem Stillen oder Fläschchen | Kann rund um einen gefüllten Magen oder geschluckte Luft auftreten | Ruhig halten, Position verändern, Bäuerchen anbieten |
| Schluckauf während des Trinkens | Kann das Trinken kurzfristig stören | Kurze Pause machen und entspannt weiterfüttern |
| Baby hat häufig Schluckauf, ist aber zufrieden | Allein meistens kein Krankheitszeichen | Beobachten, kein Behandlungsmuss |
| Schluckauf plus häufiges Spucken | Kann gemeinsam vorkommen | Gesamtbild beobachten |
| Schluckauf plus Husten, Verschlucken oder Trinkprobleme | Andere Ursache oder Fütterproblem möglich | Hebamme oder kinderärztliche Praxis einbeziehen |
| Baby wirkt krank oder hat Atemprobleme | Nicht als normalen Schluckauf abtun | Medizinisch abklären |
Warum haben Babys so häufig Schluckauf?
Schluckauf entsteht durch eine unwillkürliche Kontraktion des Zwerchfells.
Das Zwerchfell ist ein großer Atemmuskel unterhalb der Lunge.
Es zieht sich plötzlich zusammen.
Kurz darauf schließt sich die Stimmritze.
Und dadurch entsteht das typische:
Hicks.
Bei Neugeborenen und Säuglingen kommt Schluckauf besonders häufig vor.
Warum ein einzelner Schluckauf genau beginnt, lässt sich allerdings nicht immer eindeutig erklären.
Rund um Mahlzeiten können verschiedene Faktoren beteiligt sein:
- ein sich füllender Magen,
- geschluckte Luft,
- sehr schnelles Trinken,
- eine Trinkpause,
- Aufstoßen
- oder Veränderungen im Bereich von Magen und Speiseröhre.
Aber:
Ein Baby braucht keinen besonderen Grund, um Schluckauf zu bekommen.
Manchmal kommt er einfach.
Und einige Minuten später ist er wieder verschwunden.
Ist Schluckauf bei Neugeborenen normal?
Ja.
Schluckauf gehört zu den häufigen und normalerweise harmlosen Erscheinungen im Säuglingsalter.
Viele Eltern erleben in den ersten Wochen Situationen wie:
Baby trinkt.
Baby ist zufrieden.
Baby schläft fast ein.
Und dann:
Hicks. Hicks. Hicks.
Das kann spektakulärer aussehen, als es sich für dein Baby anfühlt.
Die American Academy of Pediatrics weist darauf hin, dass Schluckauf bei vielen Babys vorkommt und Eltern häufig stärker beschäftigt als das Kind selbst.
Warum bekommt mein Baby nach dem Stillen Schluckauf?
Schluckauf tritt häufig rund ums Trinken auf.
Beim Stillen füllt sich der Magen.
Gleichzeitig kann ein Baby etwas Luft schlucken.
Das kann besonders vorkommen, wenn dein Baby:
- sehr hungrig ist,
- hastig trinkt,
- häufig an und abdockt,
- zwischendurch weint,
- beim Trinken sehr unruhig ist
- oder der Milchfluss für den Moment sehr kräftig ist.
Ein Zusammenhang zwischen einem vollen beziehungsweise gedehnten Magen und Schluckauf ist plausibel.
Das bedeutet aber nicht, dass du bei jedem Schluckauf deine Stilltechnik überprüfen musst.
Wenn dein Baby:
- gut trinkt,
- zufrieden wirkt,
- gut zunimmt
- und keine weiteren Beschwerden zeigt,
ist häufiger Schluckauf allein normalerweise kein Problem.
Warum bekommt mein Baby nach dem Fläschchen Schluckauf?
Auch nach dem Fläschchen kann Schluckauf auftreten.
Babys können beim Trinken aus der Flasche Luft schlucken.
Dabei können unter anderem eine Rolle spielen:
- die Größe des Saugers,
- die Geschwindigkeit des Milchflusses,
- die Haltung der Flasche,
- das Trinktempo
- und wie hungrig beziehungsweise aufgeregt dein Baby bereits ist.
Wenn dein Baby sehr hastig schluckt, sich verschluckt oder beim Trinken unruhig wird, kann es helfen, den Ablauf etwas zu verlangsamen.
Du kannst:
- eine kurze Trinkpause machen,
- dein Baby etwas aufrechter halten,
- ein Bäuerchen anbieten
- und danach entspannt weiterfüttern.
Was hilft bei Schluckauf beim Baby?
Das Wichtigste zuerst:
Normalen Schluckauf musst du nicht unbedingt behandeln.
Meist verschwindet er von selbst.
Wenn dein Baby aber beim Trinken davon gestört wird, kannst du einige einfache Dinge ausprobieren.
1. Eine kurze Pause machen
Wenn der Schluckauf mitten während einer Mahlzeit beginnt, musst du nicht gegen ihn „anfüttern“.
Unterbrich kurz.
Nimm dein Baby entspannt auf.
Gib ihm einen Moment.
Die American Academy of Pediatrics empfiehlt bei Schluckauf während einer Mahlzeit beispielsweise, die Position zu verändern, ein Bäuerchen zu versuchen oder das Baby zunächst zur Ruhe kommen zu lassen.
2. Position verändern
Manchmal reicht bereits ein Lagewechsel.
Zum Beispiel von einer eher liegenden Trinkposition in eine etwas aufrechtere Haltung.
Dabei gilt insbesondere bei Neugeborenen:
Kopf und Nacken immer gut unterstützen.
3. Ein Bäuerchen anbieten
Wenn dein Baby beim Trinken Luft geschluckt hat, kann Aufstoßen angenehm sein.
Du kannst dein Baby:
- aufrecht an deine Schulter nehmen,
- ruhig halten,
- sanft über den Rücken streichen
- oder vorsichtig klopfen.
Du musst ein Bäuerchen aber nicht erzwingen.
Nicht jedes Baby stößt nach jeder Mahlzeit auf.
Mehr dazu findest du auch in unserem Artikel Baby pupst viel: Was ist normal?.
4. Nicht erst füttern, wenn dein Baby völlig ausgehungert ist
Ein sehr hungriges Baby kann besonders hastig trinken.
Dadurch kann es mehr Luft schlucken.
Wenn du frühe Hungerzeichen erkennst, kannst du dein Baby gegebenenfalls bereits anlegen oder füttern, bevor es sehr aufgeregt ist.
Auch die American Academy of Pediatrics nennt ruhiges Füttern, bevor ein Baby extrem hungrig ist, als Möglichkeit, Schluckauf während der Mahlzeit seltener auftreten zu lassen.
5. Einfach warten
Das klingt fast zu banal.
Ist aber bei normalem Babyschluckauf häufig die beste Lösung.
Du musst nicht:
- erschrecken,
- herumexperimentieren,
- das Baby ablenken
- oder den Schluckauf unbedingt sofort stoppen.
Wenn dein Baby entspannt ist, darfst du ebenfalls entspannt bleiben.
Darf ich mein Baby mit Schluckauf weiterstillen?
Grundsätzlich ja.
Wenn dein Baby trotz Schluckauf ruhig und koordiniert weitertrinkt, musst du eine Mahlzeit nicht zwangsläufig abbrechen.
Wenn es sich dagegen sichtbar unwohl fühlt oder ständig abdockt, kannst du zunächst kurz pausieren.
Die American Academy of Pediatrics schlägt vor, einige Minuten zu warten beziehungsweise bei anhaltendem Schluckauf nach kurzer Zeit wieder etwas trinken zu lassen.
Entscheidend ist also nicht die Regel:
„Bei Schluckauf darf ein Baby nicht trinken.“
Sondern:
Kann mein Baby gerade ruhig und sicher trinken?
Kann Stillen Schluckauf stoppen?
Manchmal verschwindet der Schluckauf tatsächlich während des Trinkens.
Das heißt aber nicht, dass Stillen ein garantiertes „Schluckauf Medikament“ ist.
Wenn dein Baby ohnehin trinken möchte, kannst du es stillen.
Du musst aber kein zufriedenes Baby allein deshalb zusätzlich füttern, weil es hickst.
Muss mein Baby bei Schluckauf ein Bäuerchen machen?
Nein.
Ein Bäuerchen kann helfen, wenn geschluckte Luft beteiligt ist.
Aber Schluckauf bedeutet nicht automatisch:
„Da steckt Luft fest.“
Manche Babys hicksen und stoßen anschließend auf.
Andere hicksen ohne jedes Bäuerchen.
Beides kann normal sein.
Baby hat ständig Schluckauf: Wie oft ist noch normal?
Dafür gibt es keine sinnvolle feste Zahl.
Es gibt also keine medizinische Regel wie:
„Mehr als fünf Schluckauf Episoden pro Tag sind zu viel.“
Viel wichtiger ist die Frage:
Wie geht es deinem Baby dabei?
Ein Baby, das:
- mehrmals täglich hickst,
- dabei entspannt bleibt,
- normal trinkt,
- gut zunimmt
- und ansonsten gesund wirkt,
ist anders zu beurteilen als ein Baby, das zusätzlich Probleme beim Trinken, Husten, Erbrechen oder Schmerzen zeigt.
Kann ein Baby schon im Bauch Schluckauf haben?
Ja.
Vielleicht kennst du Schluckauf sogar schon aus der Schwangerschaft.
Fetaler Schluckauf kann sich wie kleine, sehr regelmäßige rhythmische Bewegungen im Bauch anfühlen.
Babys hicksen also nicht erst, nachdem sie geboren wurden.
Warum Schluckauf bereits vor der Geburt auftritt, ist nicht vollständig geklärt. Er wird unter anderem mit der Entwicklung von Zwerchfell und Atemsystem in Verbindung gebracht.
Dass dein Neugeborenes nach der Geburt ebenfalls häufig Schluckauf hat, ist deshalb nicht ungewöhnlich.
Hat Schluckauf etwas mit einem unreifen Zwerchfell zu tun?
Man liest häufig:
„Babys haben Schluckauf, weil ihr Zwerchfell noch unreif ist.“
Das ist als einfache Erklärung etwas zu sicher formuliert.
Richtig ist:
Das Nervensystem und die Regulation vieler Körperfunktionen befinden sich beim Neugeborenen noch in Entwicklung.
Schluckauf ist bei Säuglingen besonders häufig.
Welche Mechanismen im Einzelfall eine Episode auslösen, sind jedoch nicht vollständig geklärt.
Wir sollten deshalb nicht so tun, als gäbe es für jeden Baby Schluckauf eine einzige bewiesene Ursache.
Hat Schluckauf etwas mit Reflux zu tun?
Das ist eine häufige Frage.
Schluckauf und Spucken können gemeinsam auftreten.
Bei manchen Babys kann auch gastroösophagealer Reflux eine Rolle spielen.
Aber:
Schluckauf allein bedeutet nicht, dass dein Baby eine Refluxkrankheit hat.
Ein gewisser Rückfluss von Mageninhalt ist bei jungen Babys sehr häufig.
Viele Babys spucken regelmäßig und entwickeln sich trotzdem völlig normal.
Über eine behandlungsbedürftige gastroösophageale Refluxkrankheit spricht man erst, wenn relevante Beschwerden oder Komplikationen hinzukommen.
Mehr über normales Spucken und Warnzeichen findest du in unserem Artikel Baby spuckt nach dem Trinken: Was wirklich hilft.
Wann könnte Schluckauf zusammen mit Reflux auffällig sein?
Schau nicht nur auf den Schluckauf.
Interessanter sind zusätzliche Beschwerden.
Zum Beispiel:
- häufiges Husten während oder nach dem Trinken,
- wiederholtes Verschlucken,
- deutliches Unwohlsein bei Mahlzeiten,
- häufiges Abbrechen des Trinkens,
- starkes Überstrecken,
- Probleme mit der Gewichtszunahme
- oder auffällige Atemprobleme.
Dann sollte nicht einfach nur der Schluckauf behandelt werden.
Dann lohnt es sich, den gesamten Fütterablauf und das Befinden deines Babys mit Hebamme oder kinderärztlicher Praxis anzuschauen.
Baby hat Schluckauf und spuckt danach
Auch diese Kombination ist bei jungen Babys nicht ungewöhnlich.
Beim Trinken:
- füllt sich der Magen,
- möglicherweise wird etwas Luft geschluckt,
- das Baby bewegt sich,
- es stößt auf
- und manchmal kommt dabei etwas Milch mit zurück.
Ein bisschen Spucken nach einer Mahlzeit ist bei vielen Babys normal.
Achte weniger auf einen einzelnen Milchfleck und stärker auf:
- Trinkverhalten,
- Gewichtsentwicklung,
- Allgemeinzustand
- und die Art des Erbrechens.
Schwallartiges, wiederholtes oder grünes Erbrechen ist etwas anderes als normales Spucken und sollte medizinisch beurteilt werden.
Hat Schluckauf etwas mit Luft im Bauch zu tun?
Das kann zusammenhängen, muss aber nicht.
Wenn dein Baby beim Trinken viel Luft schluckt, kann der Magen stärker gefüllt beziehungsweise gedehnt werden.
Das kann Schluckauf begünstigen.
Aber nicht jedes Baby mit Schluckauf hat „Blähungen“.
Und nicht jedes Baby mit viel Luft im Bauch bekommt Schluckauf.
Wenn dein Baby neben dem Hicksen sehr viel pupst, erklären wir das ausführlicher in Baby pupst viel: Wann ist das normal?.
Hat mein Baby wegen des Schluckaufs Bauchweh?
Normaler Schluckauf verursacht bei den meisten Babys keine offensichtlichen Beschwerden.
Wenn dein Baby allerdings gleichzeitig:
- weint,
- sich stark windet,
- die Beine anzieht,
- nicht trinken möchte
- oder sich insgesamt deutlich unwohl fühlt,
ist der Schluckauf möglicherweise gar nicht das eigentliche Problem.
Dann können beispielsweise Hunger, Müdigkeit, Luft im Bauch, Stuhldrang, Reflux oder etwas ganz anderes beteiligt sein.
Eine Orientierung dazu findest du in Wann Bauchweh beim Baby normal ist und wann du zum Arzt solltest.
Kann ein Baby mit Schluckauf schlafen?
Ja.
Wenn dein Baby müde ist und der Schluckauf es offenbar nicht stört, musst du es nicht wach halten, bis das letzte Hicksen verschwunden ist.
Für den Schlaf gelten dieselben Sicherheitsregeln wie sonst:
- Baby zum Schlafen auf den Rücken legen,
- feste und ebene Schlafunterlage,
- kein Hochlagern der Matratze wegen Schluckauf oder Spucken,
- kein loses Kissen oder Nestchen
- und keine Seiten oder Bauchlage als vermeintliche Schluckauf Therapie.
Auch Babys, die häufig spucken, sollten zum Schlafen weiterhin in Rückenlage auf einer flachen, festen Unterlage liegen.
Baby hat im Schlaf Schluckauf – muss ich es wecken?
Normalerweise nicht.
Wenn dein Baby friedlich schläft, normal atmet und ansonsten unauffällig ist, musst du es wegen eines gewöhnlichen Schluckaufs nicht wecken.
Anders ist es natürlich, wenn du keine normalen Hicks Geräusche hörst, sondern den Eindruck hast, dein Baby:
- bekommt schlecht Luft,
- verschluckt sich,
- wird blau oder grau,
- hat Atempausen
- oder wirkt deutlich krank.
Dann geht es nicht mehr um normalen Schluckauf und du solltest sofort entsprechend medizinische Hilfe suchen.
Sollte man ein Baby bei Schluckauf erschrecken?
Nein.
Der klassische Erwachsenen Tipp:
„Erschreck ihn mal, dann ist der Schluckauf weg.“
hat bei einem Baby nichts verloren.
Ein Neugeborenes braucht keine überraschenden Geräusche oder absichtlichen Schreckreize.
Der Schluckauf verschwindet normalerweise von allein.
Darf man dem Baby bei Schluckauf Wasser geben?
Bei einem jungen Baby nicht einfach als Schluckauf Hausmittel.
Ein gesundes Baby, das ausschließlich gestillt wird oder Säuglingsanfangsnahrung bekommt, benötigt in den ersten Monaten normalerweise keine zusätzlichen Getränke.
Muttermilch beziehungsweise Säuglingsmilch decken den Flüssigkeitsbedarf.
Wasser wird später mit zunehmender Beikost relevant.
Du solltest einem Neugeborenen deshalb nicht einige Schlucke Wasser geben, nur weil es hickst.
Was ist mit Zucker, Zitronensaft oder anderen Hausmitteln?
Auch typische Erwachsenen Hausmittel gehören nicht in den Mund eines Neugeborenen.
Bitte gib deinem Baby gegen normalen Schluckauf nicht:
- Zucker,
- Zitronensaft,
- Essig,
- Kräutertropfen,
- Honig,
- Tees
- oder andere Hausmittel.
Ein normaler Babyschluckauf braucht in aller Regel überhaupt kein Mittel.
Hilft ein Schnuller gegen Schluckauf?
Saugen kann manche Babys beruhigen.
Es gibt aber keine Garantie, dass ein Schnuller den Schluckauf beendet.
Wenn dein Baby ohnehin einen Schnuller verwendet und ihn möchte, musst du ihn wegen des Schluckaufs nicht wegnehmen.
Du brauchst aber auch keinen Schnuller neu einzuführen, nur um Hicks zu behandeln.
Baby bekommt immer beim Wickeln Schluckauf – liegt es an der Kälte?
Manchmal fällt Eltern auf, dass Schluckauf besonders beim Wickeln oder Umziehen beginnt.
Daraus lässt sich aber nicht automatisch ableiten:
„Kalte Luft löst beim Baby Schluckauf aus.“
Babys bekommen sehr häufig Schluckauf und Wickeln passiert ebenfalls häufig.
Zudem verändert sich beim Wickeln:
- die Körperposition,
- die Temperatur an der Haut,
- die Körperspannung
- und häufig liegt die letzte Mahlzeit noch nicht lange zurück.
Ein zeitlicher Zusammenhang ist deshalb noch kein Beweis für eine bestimmte Ursache.
Kann ich Schluckauf vorbeugen?
Vollständig wahrscheinlich nicht.
Und das ist auch gar nicht nötig.
Wenn dein Baby besonders während des Trinkens häufig Schluckauf bekommt und dabei unruhig wird, kannst du ausprobieren:
- frühe Hungerzeichen beachten,
- etwas ruhiger füttern,
- bei sehr hastigem Trinken kleine Pausen machen,
- auf eine gute Still oder Flaschenposition achten,
- bei Bedarf zwischendurch ein Bäuerchen anbieten
- und dein Baby nach der Mahlzeit zunächst etwas ruhig halten.
Wenn dein Baby trotzdem hickst:
Dann hickst es.
Das ist kein Zeichen dafür, dass du beim Füttern etwas falsch gemacht hast.
Wann sollte ich wegen Schluckauf mit meiner Hebamme oder dem Kinderarzt sprechen?
Schluckauf allein ist normalerweise kein Grund für einen Arztbesuch.
Fachlichen Rat solltest du aber einholen, wenn das Hicksen Teil eines größeren Problems zu sein scheint.
Zum Beispiel wenn dein Baby zusätzlich:
- deutlich schlechter trinkt,
- regelmäßig hustet oder sich beim Trinken verschluckt,
- auffällige Atemprobleme zeigt,
- sehr häufig und offensichtlich schmerzhaft erbricht,
- grün beziehungsweise gallig erbricht,
- nicht ausreichend zunimmt,
- ungewöhnlich schlapp oder krank wirkt
- oder du insgesamt den Eindruck hast, dass etwas nicht stimmt.
Auch ein ungewöhnlich anhaltender Schluckauf, der dein Baby über längere Zeit beim Schlafen oder Trinken deutlich beeinträchtigt, kann ein Grund sein, die Situation anzusprechen.
Dabei sollte dann nicht nur gefragt werden:
„Wie stoppen wir den Schluckauf?“
Sondern:
„Gibt es einen Grund, warum mein Baby insgesamt Beschwerden hat?“
Was ist, wenn mein Baby sehr häufig hickst, aber sonst völlig gesund ist?
Dann ist das häufig genau das:
ein Baby, das häufig Schluckauf hat.
Wenn dein Baby:
- gut trinkt,
- normal zunimmt,
- zwischen den Episoden zufrieden ist,
- normal atmet
- und keine anderen auffälligen Symptome hat,
musst du nicht hinter jedem Hicks eine Erkrankung vermuten.
Gerade die ersten Wochen mit Baby bestehen aus erstaunlich vielen Körpergeräuschen:
Schluckauf.
Grunzen.
Pupsen.
Gluckern.
Aufstoßen.
Spucken.
Und irgendwann merkst du wahrscheinlich:
Dieses Baby ist einfach deutlich geräuschvoller, als ich erwartet hatte.
Häufige Fragen: Schluckauf beim Baby
Ist Schluckauf beim Baby normal?
Ja. Schluckauf ist bei Neugeborenen und Säuglingen häufig und normalerweise harmlos. Meist verschwindet er nach kurzer Zeit von selbst.
Warum hat mein Neugeborenes so oft Schluckauf?
Babys neigen besonders häufig zu Schluckauf. Er entsteht durch unwillkürliche Kontraktionen des Zwerchfells. Rund ums Füttern können ein voller Magen, geschluckte Luft oder sehr schnelles Trinken eine Rolle spielen, die genaue Ursache einer einzelnen Episode bleibt aber häufig unklar.
Was hilft gegen Schluckauf beim Baby?
Oft musst du gar nichts tun. Tritt der Schluckauf beim Füttern auf, können eine kurze Pause, eine andere Position, etwas Ruhe oder ein Bäuerchen helfen.
Kann ich mein Baby mit Schluckauf weiterstillen?
Wenn dein Baby ruhig und sicher weitertrinkt, grundsätzlich ja. Ist es unruhig oder dockt ständig ab, kannst du kurz pausieren und anschließend weiterstillen.
Hilft ein Bäuerchen gegen Schluckauf?
Es kann helfen, wenn geschluckte Luft beteiligt ist. Ein Bäuerchen ist aber weder immer notwendig noch eine garantierte Methode gegen Schluckauf.
Warum bekommt mein Baby nach dem Stillen Schluckauf?
Rund um Mahlzeiten verändern sich Magenfüllung und Körperspannung, außerdem können Babys Luft schlucken. Deshalb tritt Schluckauf häufig während oder nach dem Trinken auf.
Warum bekommt mein Baby nach dem Fläschchen Schluckauf?
Beim Fläschchen können Trinktempo, Milchfluss und geschluckte Luft eine Rolle spielen. Wenn dein Baby sehr hastig trinkt, können kleinere Pausen und eine passende Fütterposition hilfreich sein.
Ist Schluckauf ein Zeichen für Reflux?
Nicht allein. Schluckauf und Reflux können gemeinsam vorkommen, aber häufiger Schluckauf beweist keine Refluxkrankheit. Interessanter sind zusätzliche Beschwerden wie deutliche Schmerzen, Trinkprobleme, Husten, häufiges Erbrechen oder schlechte Gewichtszunahme.
Darf mein Baby mit Schluckauf schlafen?
Ja. Ein zufriedenes Baby muss wegen gewöhnlichem Schluckauf nicht wach gehalten werden. Für den Schlaf gilt weiterhin die sichere Rückenlage auf einer festen, ebenen Unterlage.
Muss ich mein Baby wecken, wenn es im Schlaf Schluckauf hat?
Normalerweise nicht. Solange dein Baby ruhig schläft, normal atmet und ansonsten unauffällig ist, musst du es wegen gewöhnlichem Schluckauf nicht wecken.
Darf ich meinem Baby Wasser gegen Schluckauf geben?
Einem jungen Baby solltest du nicht einfach Wasser als Schluckauf Hausmittel geben. Gesunde Babys werden in den ersten Monaten über Muttermilch beziehungsweise Säuglingsanfangsnahrung ausreichend mit Flüssigkeit versorgt.
Wann ist Schluckauf beim Baby nicht mehr normal?
Nicht die Häufigkeit allein ist entscheidend. Wenn der Schluckauf zusammen mit Atemproblemen, deutlichen Trinkproblemen, häufigem schmerzhaftem Erbrechen, schlechter Gewichtsentwicklung oder einem krank wirkenden Baby auftritt, solltest du fachlichen Rat einholen.
Fazit: Babys haben häufig Schluckauf – und meistens musst du nichts dagegen tun
Wenn dein Baby regelmäßig hickst, gehört es damit zu sehr vielen anderen Babys.
Schluckauf ist im Säuglingsalter häufig.
Er kann:
- während des Stillens,
- nach dem Fläschchen,
- beim Aufstoßen,
- beim Einschlafen
- oder scheinbar völlig grundlos auftreten.
Wenn dein Baby zufrieden ist, musst du nicht versuchen, jeden Schluckauf zu stoppen.
Während einer Mahlzeit können eine kurze Pause, ein Lagewechsel oder ein Bäuerchen angenehm sein.
Bitte probiere bei einem jungen Baby keine klassischen Erwachsenen Hausmittel wie Erschrecken, Zucker, Zitronensaft oder zusätzliches Wasser aus.
Viel wichtiger als die Zahl der Hicks Episoden ist das Gesamtbild:
Trinkt dein Baby gut?
Nimmt es zu?
Atmet es normal?
Wirkt es zwischen den Episoden zufrieden?
Dann darf Schluckauf meistens einfach das sein, was er ist:
ein ziemlich typisches Geräusch aus dem Alltag mit einem Baby.
Wenn dein Baby rund ums Trinken zusätzlich häufig Milch wieder hochbringt, findest du hier die passende Ergänzung: Baby spuckt nach dem Trinken: Was wirklich hilft.
Quellen und weiterführende Informationen
- American Academy of Pediatrics / HealthyChildren: Baby Burping, Hiccups & Spit-Up – Informationen zu Schluckauf rund ums Füttern, Trinkpausen, Positionen und Bäuerchen.
- MedlinePlus: Hiccups – medizinische Erklärung des Schluckaufreflexes und Einordnung als häufige normale Erscheinung bei Neugeborenen und Säuglingen.
- Pregnancy, Birth and Baby: Hiccups – Informationen zu Schluckauf bei Babys, bereits vor der Geburt und zur meist harmlosen Bedeutung.
- American Academy of Pediatrics: Feeding Issues – Informationen zu Warnzeichen bei Fütter- und Schluckproblemen wie Husten, Verschlucken, Trinkabbrüchen und auffälliger Atmung.
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Getränke im ersten Lebensjahr – Orientierung zur Flüssigkeitsversorgung von gestillten und mit Säuglingsnahrung ernährten Babys und dazu, ab wann zusätzliche Getränke notwendig werden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn dein Baby Atemprobleme hat, beim Trinken regelmäßig hustet oder sich verschluckt, deutlich schlechter trinkt, wiederholt auffällig erbricht, schlecht zunimmt, ungewöhnlich schlapp oder krank wirkt oder du dir Sorgen machst, wende dich bitte an deine Hebamme oder kinderärztliche Praxis.








