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Rita Messmers Studie zum Abhalten: Was zeigt die Reinlichkeitsstudie wirklich?
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Rita Messmers Studie zum Abhalten: Was zeigt die Reinlichkeitsstudie wirklich?

Können Babys von Anfang an zeigen, wann sie Pipi oder Stuhlgang müssen? Und macht es einen Unterschied, ob Eltern bereits in den ersten Lebenswochen mit Abhalten beginnen?

Mit genau solchen Fragen beschäftigte sich die Entwicklungspädagogin und Buchautorin Rita Messmer in einer Untersuchung, die sie 2012 unter dem Titel „Reinlichkeitsmethode – Eine quantitative Befragung zur Reinlichkeit bei Säuglingen“ veröffentlichte.

Die Studie wird bis heute im Zusammenhang mit frühem Abhalten und Ausscheidungskommunikation zitiert.

Durch die SRF Dokumentation „Baby unverpackt – Weniger Windeln, weniger Probleme?“ ist auch Rita Messmers Arbeit wieder stärker in den Fokus gerückt.

Aber was wurde in ihrer Untersuchung eigentlich genau gemacht?

Was haben die Eltern berichtet?

Und vor allem:

Was können wir aus diesen Ergebnissen tatsächlich ableiten – und was nicht?

Genau darum geht es in diesem Artikel.

Rita Messmers Reinlichkeitsstudie auf einen Blick

Merkmal Angabe
Verfasserin Rita Messmer
Titel Reinlichkeitsmethode – Eine quantitative Befragung zur Reinlichkeit bei Säuglingen
Veröffentlicht 2012
Datenerhebung Mai 2010 bis April 2011
Teilnehmende 138 Eltern beziehungsweise Fragebögen
Design Nicht experimentelle Querschnittsbefragung
Auswahl Gezielt Eltern, die Messmers Reinlichkeitsmethode bereits praktizierten oder praktiziert hatten
Länder Schweiz, Deutschland und Österreich
Zentrale Themen Beginn des Abhaltens, Ausscheidungssignale, Reaktion der Eltern, Initiative des Babys, Tragen, Stillen, Aufwand und nächtliche Trockenheit

Schon diese Eckdaten sind wichtig für die richtige Einordnung.

Es handelt sich nicht um eine klinische Wirksamkeitsstudie mit zufällig ausgewählten Familien und Kontrollgruppe.

Messmer befragte gezielt Eltern, die bereits Erfahrungen mit ihrer Methode hatten.

Wer ist Rita Messmer?

Die Entwicklungspädagogin und Buchautorin Rita Messmer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit frühkindlicher Entwicklung und insbesondere mit Abhalten beziehungsweise früher Ausscheidungskommunikation.

Im deutschsprachigen Raum hat sie die Diskussion über das Abhalten von Säuglingen wesentlich mitgeprägt.

Bekannt ist sie unter anderem durch ihr Buch „Ihr Baby kann’s!“ und durch ihre These, dass die ersten Lebensmonate eine besonders sensible Phase für die Entwicklung rund um Ausscheidungen darstellen.

Auch in der SRF Dokumentation „Baby unverpackt – Weniger Windeln, weniger Probleme?“ spielt Messmers Arbeit eine wichtige Rolle.

Warum hat Rita Messmer die Studie durchgeführt?

Messmer beschreibt in der Untersuchung selbst, dass sie sich bereits seit den 1990er Jahren mit frühem Abhalten beschäftigte.

Aus ihrer praktischen Arbeit mit Familien war bei ihr die Überzeugung entstanden, dass Babys bereits sehr früh:

  • auf eine Abhalteposition reagieren,
  • vor Ausscheidungen Signale zeigen können,
  • und von einer frühen Begleitung ihrer Ausscheidungen profitieren könnten.

Sie wollte diese Erfahrungen systematischer untersuchen.

Da ein experimentelles Forschungsprojekt mit Säuglingen aus ihrer Sicht organisatorisch schwer umzusetzen gewesen wäre, entschied sie sich für eine Befragung von Eltern, die ihre Methode bereits kannten und praktizierten.

Welche Fragen wollte die Untersuchung beantworten?

Messmer interessierte sich insbesondere für die Wechselwirkung zwischen Baby und Eltern.

Zu den zentralen Fragen gehörten:

  • Zeigen Babys Signale vor Pipi oder Stuhlgang?
  • Können Eltern diese Signale wahrnehmen und interpretieren?
  • Übernimmt das Baby selbst Initiative beim Ausscheiden?
  • Spielt der Zeitpunkt eine Rolle, zu dem mit dem Abhalten begonnen wird?
  • Gibt es Zusammenhänge zwischen Körperkontakt, Stillen oder Tragen und dem Abhalten?
  • Wie hoch empfinden Eltern den zusätzlichen Aufwand?
  • Welche Rolle spielt die Intuition beziehungsweise das „Bauchgefühl“ der Eltern?
  • Gibt es Zusammenhänge mit nächtlicher Trockenheit?

Messmer verband diese Fragen mit ihrer Theorie einer sogenannten sensiblen Phase für Reinlichkeit.

Warum verwenden wir bei Mata Origin lieber „Abhalten & Ausscheidungskommunikation“?

Messmers Untersuchung verwendet häufig Begriffe wie „Reinlichkeit“ und „Reinlichkeitsmethode“.

Diese Begriffe gehören zu ihrer damaligen Terminologie.

Bei Mata Origin sprechen wir heute lieber von:

Abhalten & Windelfrei beziehungsweise Ausscheidungskommunikation.

Denn für uns steht nicht im Mittelpunkt, ein Baby möglichst früh „sauber“ zu bekommen.

Es geht darum:

  • Ausscheidungen wahrzunehmen,
  • mögliche Signale kennenzulernen,
  • geeignete Momente anzubieten,
  • und dem Baby die Möglichkeit zu geben, auch außerhalb einer Windel auszuscheiden.

Eine Windel darf dabei weiterhin als Backup dienen.

Mehr zu unserem Verständnis findest du hier: Was bedeutet Abhalten & Windelfrei?

Wie wurde Rita Messmers Studie durchgeführt?

Messmer bezeichnet ihre Untersuchung selbst als nicht experimentelles Forschungsdesign.

Das bedeutet:

Sie veränderte nicht gezielt eine Variable und verglich anschließend beispielsweise eine Abhaltegruppe mit einer zufällig zusammengestellten Kontrollgruppe.

Stattdessen befragte sie Eltern über ihre bereits vorhandenen Erfahrungen.

Der Fragebogen wurde unter anderem:

  • auf Messmers eigener Website,
  • in Internetforen,
  • über Hebammen
  • und über persönliche Kontakte

verbreitet.

Der Erhebungszeitraum reichte von Mai 2010 bis April 2011.

Insgesamt wurden 138 ausgefüllte Fragebögen ausgewertet.

Wer nahm an der Studie teil?

Die Eltern wurden bewusst danach ausgewählt, ob sie bereits Erfahrung mit der Reinlichkeitsmethode hatten.

Das ist eine wichtige Besonderheit.

Die Studie fragte also nicht:

„Was passiert, wenn wir 138 zufällig ausgewählte Familien ab Geburt mit oder ohne Abhalten vergleichen?“

Sondern:

„Welche Erfahrungen berichten Eltern, die diese Methode bereits praktizieren oder praktiziert haben?“

Unter den 138 Befragten waren drei Väter.

Die Kinder waren zum Zeitpunkt der Befragung im Durchschnitt rund 23 Monate alt.

Die Spannweite war allerdings sehr groß:

vom 19 Tage alten Baby bis zu einem Kind im Alter von 12,6 Jahren.

Das ist für die Interpretation der Ergebnisse wichtig, weil ein Teil der Eltern über bereits länger zurückliegende Erfahrungen berichtete.

Wann hatten die Familien mit dem Abhalten begonnen?

Die große Mehrheit der teilnehmenden Familien hatte sehr früh begonnen.

Laut Messmers Auswertung hatten:

  • 94 Prozent vor dem dritten Lebensmonat begonnen,
  • und knapp ein Drittel bereits innerhalb der ersten Lebenswoche.

Damit bestand die Stichprobe überwiegend aus Familien, die ohnehin einen sehr frühen Einstieg gewählt hatten.

Auch das muss berücksichtigt werden, wenn man Ergebnisse dieser Gruppe auf andere Familien übertragen möchte.

Was fand Rita Messmer zu den Ausscheidungssignalen?

Ein zentraler Bereich der Untersuchung betrifft die Frage, ob Babys vor einer Ausscheidung Signale zeigen und ob Eltern lernen, diese zu erkennen.

Messmer beschreibt mögliche Signale wie:

  • Unruhe,
  • leichtes Weinen,
  • Unterbrechen des Stillens,
  • Blickkontakt,
  • bestimmte Körperbewegungen
  • oder individuelle Signale einzelner Babys.

Die befragten Eltern berichteten vielfach, solche Signale wahrzunehmen.

Das ist interessant.

Aber auch hier ist die Formulierung entscheidend:

Die Studie zeigt, was eine ausgewählte Gruppe abhalteerfahrener Eltern über ihre Babys berichtete.

Sie beweist nicht, dass jedes Baby vor jeder Ausscheidung ein universell erkennbares Signal zeigt.

Können Eltern Ausscheidungssignale wirklich lernen?

Diese Frage ist auch durch neuere Forschung interessant geworden.

Eine 2021 veröffentlichte longitudinale Untersuchung von 85 Familien mit insgesamt 87 Kindern, die Assisted Infant Toilet Training praktizierten, fand ebenfalls hohe Angaben zur Wahrnehmung von Ausscheidungssignalen.

Je nach untersuchtem Altersabschnitt berichteten 88 bis 94 Prozent der Betreuungspersonen, entsprechende Signale identifizieren zu können.

Auch diese Untersuchung hatte allerdings keine zufällig ausgewählte allgemeine Elternpopulation.

Sie beschreibt Familien, die sich bewusst für Assisted Infant Toilet Training entschieden hatten.

Trotzdem ist die Übereinstimmung interessant:

Eltern, die Ausscheidungen bewusst beobachten, berichten häufig, mit der Zeit wiederkehrende Muster oder Signale zu erkennen.

Was fand Messmer zum frühen Beginn?

Eines der meistdiskutierten Ergebnisse ihrer Untersuchung betrifft den Zeitpunkt des Einstiegs.

Messmer fand innerhalb ihrer Stichprobe einen statistischen Zusammenhang:

Eltern, die erst im zweiten oder dritten Lebensmonat begonnen hatten, berichteten häufiger Phasen, in denen das Abhalten weniger gut funktionierte.

Familien, die bereits in den ersten Tagen oder Wochen begonnen hatten, berichteten solche Phasen seltener.

Messmer interpretiert dieses Ergebnis als Unterstützung ihrer Theorie, dass möglichst frühes Abhalten besonders günstig sei.

Beweist das: Je früher Abhalten, desto besser?

Nein – zumindest nicht in diesem allgemeinen Sinn.

Hier muss zwischen einem gefundenen Zusammenhang und einer bewiesenen Ursache unterschieden werden.

Die Untersuchung kann zeigen:

In dieser ausgewählten Stichprobe gingen früherer Einstieg und weniger berichtete schwierige Phasen miteinander einher.

Sie kann aber nicht eindeutig zeigen:

Der frühe Beginn war die Ursache dafür.

Warum?

Weil sich Familien, die unmittelbar nach der Geburt beginnen, möglicherweise auch in anderen Punkten von Familien unterscheiden, die erst später anfangen.

Zum Beispiel in:

  • Erfahrung,
  • Motivation,
  • Zeit,
  • Kenntnis der Methode,
  • familiären Bedingungen
  • oder der Intensität, mit der sie Ausscheidungen beobachten.

Eine Befragung wie diese kann solche Einflüsse nicht vollständig voneinander trennen.

Was ist Messmers „sensible Phase der Reinlichkeit“?

Rita Messmer vertritt die Theorie, dass die ersten Lebensmonate eine besondere sensible Phase für die Ausscheidungsentwicklung darstellen.

Sie geht davon aus, dass Babys unmittelbar nach der Geburt besonders empfänglich für Erfahrungen rund um Abhalten seien.

Nach ihrer Auffassung reicht dieses besonders günstige Zeitfenster ungefähr bis zum Ende des dritten Lebensmonats.

Die Idee sensibler Entwicklungsphasen stammt grundsätzlich aus der Entwicklungsbiologie und wurde unter anderem durch Maria Montessori für pädagogische Entwicklungsprozesse aufgegriffen.

Messmer überträgt dieses Konzept auf frühe Ausscheidungsentwicklung.

Hat die Studie eine sensible Phase bis drei Monate bewiesen?

Nein.

Das ist wahrscheinlich die wichtigste wissenschaftliche Einordnung der gesamten Untersuchung.

Die Studie fand innerhalb der untersuchten Gruppe einen Zusammenhang zwischen früherem Beginn und bestimmten von Eltern berichteten Ergebnissen.

Damit ist aber nicht nachgewiesen, dass:

  • bei allen Babys ein biologisches Entwicklungsfenster exakt bis zum dritten Monat besteht,
  • dieses Fenster danach „geschlossen“ ist,
  • Abhalten nach drei Monaten nicht mehr funktioniert,
  • oder ein späterer Einstieg zwangsläufig Nachteile verursacht.

Messmers sensible Phase ist deshalb zunächst eine Theorie beziehungsweise Interpretation, die durch ihre Befragung aus ihrer Sicht unterstützt wurde.

Sie ist nicht dasselbe wie ein durch kontrollierte Studien bewiesener biologischer Cutoff.

Was fand die Studie zur Initiative des Babys?

Ein weiterer interessanter Bereich betrifft die Frage:

Wer bestimmt eigentlich, wann ein Baby abgehalten wird?

Messmer berichtet in ihrer Auswertung einen Zusammenhang zwischen der Initiative des Babys und der Reaktion auf verbale Hinweise.

Eltern, die ihrem Baby mehr Initiative zuschrieben beziehungsweise diese Initiative zuließen, berichteten häufiger, dass ihr Baby auf Hinweise reagierte und beim Ausscheiden aktiv mitwirkte.

Messmer interpretiert das als Hinweis darauf, dass Abhalten besser funktioniert, wenn nicht ausschließlich die Eltern bestimmen:

„Jetzt musst du.“

Dieser Gedanke passt gut zu unserem Verständnis bei Mata Origin.

Abhalten sollte ein Angebot sein.

Nicht das Erzwingen einer Ausscheidung.

Was fand die Studie zu Stillen und Tragen?

Messmer berichtet außerdem mehrere statistische Zusammenhänge mit Stillen und Tragen.

Unter anderem gaben die befragten Eltern an, dass:

  • gestillte Babys häufiger auf verbale Hinweise reagierten,
  • häufig getragene Babys häufiger auf solche Hinweise reagierten,
  • gestillte Babys häufiger abgehalten wurden,
  • und häufiger getragene Babys aus Sicht der Eltern öfter aktiv beim Abhalten mitwirkten.

Auch diese Ergebnisse sind interessant.

Aber:

Sie beweisen nicht, dass Stillen oder Tragen ursächlich dazu führen, dass ein Baby besser abgehalten werden kann.

Ein Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen sagt zunächst nur:

Sie kamen in dieser Stichprobe häufiger gemeinsam vor.

Bedeutet eine statistische Korrelation automatisch Ursache und Wirkung?

Nein.

Ein einfaches Beispiel:

Familien, die ihr Baby sehr häufig tragen, beschäftigen sich möglicherweise gleichzeitig besonders intensiv mit Körpersprache und Signalen ihres Babys.

Vielleicht halten sie auch häufiger ab.

Dann können mehrere Merkmale miteinander zusammenhängen, ohne dass man daraus sagen kann:

„Tragen verursacht bessere Ausscheidungskommunikation.“

Um Ursache und Wirkung besser auseinanderzuhalten, braucht man andere Forschungsdesigns.

Was fand Messmer zur Häufigkeit des Abhaltens?

In Messmers Auswertung hing häufigeres Abhalten ebenfalls mit verschiedenen anderen Angaben zusammen.

Eltern, die ihr Baby häufiger abhielten, berichteten beispielsweise häufiger:

  • eine Reaktion auf verbale Hinweise,
  • Initiative des Babys
  • und nächtliche Trockenheit bis in die frühen Morgenstunden.

Auch hier gilt wieder:

Diese Zusammenhänge sind innerhalb der Befragung interessant.

Sie belegen aber nicht automatisch, dass häufiges Abhalten diese Ergebnisse verursacht.

Was fand die Studie zum „Bauchgefühl“ der Eltern?

Messmer fragte Eltern auch nach ihrer Intuition.

In ihrer Auswertung zeigte sich:

Eltern, die sich stärker auf ihr Gefühl verließen, hielten ihr Baby tendenziell häufiger ab.

Gleichzeitig stuften Eltern, die sich stärker auf ihr Bauchgefühl verließen, den zusätzlichen Aufwand häufig niedriger ein.

Das lässt sich unterschiedlich interpretieren.

Vielleicht entwickelt sich durch häufiges Beobachten mehr Sicherheit.

Vielleicht beginnen Eltern, die sich ohnehin sicherer fühlen, häufiger mit Abhalten.

Die Studie kann die Richtung dieses Zusammenhangs nicht eindeutig bestimmen.

Praktisch passt die Beobachtung aber gut zu einem Grundgedanken von Abhalten:

Mit der Zeit kann aus bewusstem Beobachten Erfahrung werden.

Mehr zu diesem Zusammenspiel findest du in unserem Artikel Timing, Signale oder Intuition – was funktioniert beim Abhalten?.

Was sagt die Studie über nächtliche Trockenheit?

Messmer untersuchte auch, ob Babys bis in die frühen Morgenstunden trocken blieben.

In ihrer Stichprobe fanden sich Zusammenhänge unter anderem mit:

  • Stillen,
  • Reaktion auf verbale Hinweise,
  • häufigerem Abhalten
  • und dem von den Eltern beschriebenen Bauchgefühl.

Messmer interpretiert diese Ergebnisse als Teil eines frühen Ausscheidungslernens.

Auch hier sollten wir vorsichtig bleiben.

Aus einer solchen Befragung lässt sich nicht ableiten, dass frühes Abhalten zwangsläufig dazu führt, dass Babys nachts trocken bleiben.

Blasenfunktion, Trinkmenge, Schlaf und neurologische Entwicklung verändern sich im ersten Lebensjahr stark.

Was kann die Studie gut leisten?

Bei aller notwendigen Vorsicht wäre es genauso falsch, die Untersuchung einfach als wertlos abzutun.

Sie dokumentiert systematisch die Erfahrungen einer Gruppe von Familien, die frühes Abhalten tatsächlich im Alltag praktizierten.

Damit liefert sie Informationen über Fragen, die damals in der westlichen Forschung nur wenig untersucht waren.

Zum Beispiel:

  • Welche Signale nehmen Eltern wahr?
  • Wie früh beginnen Familien?
  • Wie viel Aufwand empfinden sie?
  • Welche Rolle spielt die Initiative des Babys?
  • Wie integrieren Eltern Abhalten in Stillen, Tragen und Alltag?

Gerade für die Entwicklung weiterer Forschungsfragen kann eine solche Untersuchung wertvoll sein.

Was kann Rita Messmers Studie nicht beweisen?

Mindestens genauso wichtig ist die andere Seite.

Die Untersuchung kann nicht beweisen, dass:

  • alle Babys eindeutig Ausscheidungssignale zeigen,
  • jedes Signal von Eltern richtig interpretiert wird,
  • Abhalten nach drei Monaten deutlich schlechter funktioniert,
  • es eine biologisch fest definierte sensible Phase bis zum dritten Monat gibt,
  • Stillen das Abhalten verbessert,
  • Tragen die Ausscheidungsentwicklung verbessert,
  • frühes Abhalten automatisch zu früher nächtlicher Trockenheit führt,
  • oder Abhalten bestimmte spätere medizinische Probleme verhindert.

Für solche Aussagen braucht man stärkere Studiendesigns.

Warum ist die Auswahl der Teilnehmer wichtig?

Stell dir vor, man möchte herausfinden, wie zufrieden Menschen mit dem Fahrradfahren sind.

Dafür befragt man ausschließlich Mitglieder eines Fahrradvereins.

Die Antworten können interessant und vollkommen ehrlich sein.

Aber sie werden wahrscheinlich nicht exakt widerspiegeln, was die gesamte Bevölkerung über Fahrradfahren denkt.

Ähnlich müssen wir die Reinlichkeitsstudie betrachten.

Die Teilnehmenden wurden gezielt gesucht, weil sie bereits Erfahrung mit Messmers Methode hatten.

Sie stellen damit eine besonders interessierte und erfahrene Gruppe dar.

Das macht ihre Erfahrungen wertvoll – aber nicht automatisch repräsentativ für alle Familien.

Warum ist das Alter der Kinder bei der Befragung wichtig?

Die Kinder waren zum Zeitpunkt der Befragung sehr unterschiedlich alt.

Die Spannweite reichte von wenigen Wochen bis über zwölf Jahre.

Wenn Eltern über Erfahrungen aus den ersten Lebensmonaten eines inzwischen deutlich älteren Kindes berichten, müssen sie sich an Ereignisse erinnern, die möglicherweise lange zurückliegen.

Solche rückblickenden Angaben können durch Erinnerung beeinflusst werden.

In der Forschung wird dies als möglicher Recall Bias beziehungsweise Erinnerungsverzerrung bezeichnet.

Auch das bedeutet nicht, dass die Angaben falsch sind.

Es bedeutet lediglich, dass sie anders bewertet werden müssen als Daten, die direkt und fortlaufend während des ersten Lebensjahres erhoben werden.

Was hat sich seit 2012 in der Forschung getan?

Seit Rita Messmers Untersuchung sind weitere Studien zu Assisted Infant Toilet Training, Elimination Communication und frühem Abhalten erschienen.

Sie beantworten längst noch nicht alle Fragen.

Aber die wissenschaftliche Grundlage ist heute breiter als 2012.

Die longitudinale Studie von Bender et al. aus 2021

2021 veröffentlichten Bender und Kolleg:innen eine longitudinale Untersuchung zu Assisted Infant Toilet Training während des ersten Lebensjahres.

87 Kinder aus 85 Familien nahmen teil.

Die Familien hatten im Durchschnitt im Alter von etwa 2,5 Monaten begonnen.

Anders als bei einer einmaligen rückblickenden Befragung wurden die Betreuungspersonen in regelmäßigen Abständen über das erste Lebensjahr hinweg interviewt.

Ein interessantes Ergebnis:

Je nach Alter des Kindes berichteten 88 bis 94 Prozent der Betreuungspersonen, Ausscheidungssignale erkennen zu können.

Außerdem praktizierten viele Familien Abhalten nur in Teilzeit.

Mehr als 63 Prozent verwendeten während der Untersuchung weiterhin Stoff oder Einwegwindeln.

Das passt zu einem wichtigen Gedanken:

Abhalten muss nicht bedeuten, vollständig auf Windeln zu verzichten.

Was sagt die internationale Literaturübersicht von 2025?

2025 veröffentlichten Hindmarsh, Davis und Atchan eine internationale integrative Review zu Assisted Infant Toilet Training and Bladder and Bowel Health.

Die Autorinnen sichteten 2.069 Veröffentlichungen.

21 Studien erfüllten schließlich die Einschlusskriterien.

Die Literatur zeigt:

  • Assisted Infant Toilet Training wird in vielen Teilen der Welt praktiziert,
  • verschiedene Studien beschreiben frühe Ausscheidungssignale,
  • und einige Beobachtungsstudien berichten Zusammenhänge mit günstigerer späterer Blasen und Darmfunktion.

Die Autorinnen weisen allerdings ausdrücklich auf ein Problem hin:

Die Evidenz für gesundheitliche Vorteile ist erheblich durch mögliche Verzerrungen belastet.

Sie fordern deshalb weitere hochwertige prospektive Forschung.

Was sagt die randomisierte Studie von 2026?

Besonders interessant ist eine 2026 veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie aus Schweden.

271 Säuglinge wurden zufällig einer Interventions oder Kontrollgruppe zugeteilt.

Die Interventionsgruppe begann im Alter von null bis zwei Monaten mit einem moderaten assistierten Ausscheidungsangebot von ungefähr ein bis drei Mal täglich.

Untersucht wurde unter anderem, ob dadurch funktionelle Magen Darm Beschwerden wie:

  • Säuglingskolik,
  • infantile Dyschezie
  • oder funktionelle Verstopfung

bis zum Alter von neun Monaten seltener vorkommen.

Das Ergebnis:

In der Gesamtprävalenz dieser Beschwerden fand sich kein statistisch bedeutsamer Unterschied zwischen Interventions und Kontrollgruppe.

Das ist wissenschaftlich wichtig.

Es bedeutet nicht:

„Abhalten bringt nichts.“

Die Studie untersuchte eine ganz bestimmte medizinische Fragestellung.

Sie zeigt aber:

Wir sollten derzeit nicht behaupten, dass frühes Abhalten nachweislich Koliken, Dyschezie oder Verstopfung verhindert.

Widerspricht die moderne Forschung Rita Messmer?

So einfach lässt sich das nicht beantworten.

Einige Beobachtungen von Messmer finden sich auch in späteren Studien wieder.

Zum Beispiel:

  • Eltern berichten, Ausscheidungssignale zu erkennen.
  • Abhalten kann bereits früh praktiziert werden.
  • Viele Familien nutzen Abhalten parallel zu Windeln.
  • Das Verhalten und die Initiative des Babys spielen eine wichtige Rolle.

Andere Aussagen Messmers gehen deutlich weiter als das, was bisher sicher belegt ist.

Dazu gehören insbesondere:

  • eine biologisch fest definierte sensible Phase bis ungefähr drei Monate,
  • weitreichende neurologische Folgen von Windeln,
  • bestimmte gesundheitliche Vorteile des frühen Abhaltens
  • oder sichere Folgen für spätere Kontinenz.

Deshalb ist die sinnvollste wissenschaftliche Haltung nicht:

„Messmer hat recht.“

oder:

„Messmer hat unrecht.“

Sondern:

Welche ihrer Beobachtungen werden durch weitere Forschung gestützt – und welche ihrer Interpretationen sind bislang noch Hypothesen?

Warum ist Rita Messmers Studie trotzdem wichtig?

Weil sie eine Frage gestellt hat, die in unserer westlichen Windelkultur lange kaum gestellt wurde:

Müssen Babys ihre Ausscheidungen eigentlich grundsätzlich ausschließlich in eine Windel machen?

Und:

Was passiert, wenn Eltern bereits sehr früh beginnen, Ausscheidungen bewusst wahrzunehmen?

Diese Fragen sind heute wissenschaftlich keineswegs erledigt.

Im Gegenteil.

Die aktuelle internationale Forschung beschäftigt sich wieder stärker mit Assisted Infant Toilet Training, Blasen und Darmgesundheit sowie kulturell unterschiedlichen Formen der Ausscheidungsbegleitung.

Was können Eltern aus der Studie mitnehmen?

Auch ohne aus der Untersuchung mehr abzuleiten, als sie leisten kann, bleiben einige interessante Gedanken für den Alltag.

1. Babys genau beobachten

Viele der befragten Eltern berichteten wiederkehrende Signale oder Situationen rund um Ausscheidungen.

Du musst solche Signale nicht perfekt erkennen.

Aber es kann spannend sein, dein Baby einfach einmal zu beobachten.

2. Dem Baby Initiative lassen

Messmers Daten zeigen innerhalb ihrer Stichprobe einen Zusammenhang zwischen wahrgenommener Eigeninitiative des Babys und erfolgreicher Kommunikation rund ums Abhalten.

Das passt zu einem druckfreien Ansatz:

Anbieten statt bestimmen.

3. Timing kann einfacher sein als Signale

Du musst nicht wissen, was jeder Gesichtsausdruck bedeutet.

Wiederkehrende Situationen wie:

  • nach dem Aufwachen,
  • beim Wickeln,
  • rund ums Stillen
  • oder vor einem typischen Stuhlgang

können bereits ausreichen.

4. Früher Einstieg ist eine Möglichkeit – keine Pflicht

Messmers Untersuchung liefert interessante Hinweise zugunsten eines frühen Beginns innerhalb ihrer Stichprobe.

Sie beweist aber nicht, dass Eltern in den ersten drei Monaten anfangen müssen.

Abhalten kann auch später kennengelernt werden.

5. Die Windel darf bleiben

Abhalten muss nicht vollständig windelfrei bedeuten.

Auch moderne Untersuchungen zeigen, dass viele Familien Assisted Infant Toilet Training mit Windeln kombinieren.

Genau deshalb sprechen wir bei Mata Origin gerne von einem Backup.

Mehr dazu findest du in Windelfrei mit Backup.

Wie wir bei Mata Origin mit solchen Studien umgehen

Abhalten ist für uns spannend genug, ohne daraus mehr zu machen, als die Wissenschaft derzeit hergibt.

Wir finden es sinnvoll, zwischen drei Ebenen zu unterscheiden:

Beobachtung

Eltern berichten bestimmte Erfahrungen.

Zusammenhang

Eine Studie findet, dass zwei Dinge statistisch häufiger gemeinsam auftreten.

Ursache

Eine hochwertige Untersuchung zeigt, dass eine bestimmte Maßnahme tatsächlich ein bestimmtes Ergebnis verursacht.

Diese Ebenen sind nicht dasselbe.

Gerade bei einem Thema wie Abhalten ist diese Unterscheidung wichtig.

Denn Eltern brauchen weder Heilsversprechen noch Angst vor Windeln.

Sie brauchen gute Informationen, um selbst entscheiden zu können, was zu ihrer Familie passt.

Was bedeutet das für Rita Messmers Arbeit?

Rita Messmer gehört zu den Personen, die das Thema frühe Ausscheidungskommunikation im deutschsprachigen Raum früh sichtbar gemacht haben.

Ihre Reinlichkeitsstudie dokumentiert die Erfahrungen von 138 Familien, die ihre Methode bereits praktizierten.

Das macht die Untersuchung zu einer interessanten Quelle.

Aber nicht zu einem endgültigen wissenschaftlichen Beweis für alle weitergehenden Thesen rund um Abhalten.

Beides darf gleichzeitig wahr sein.

Die Erfahrungen sind interessant.

Und sie müssen wissenschaftlich sauber eingeordnet werden.

Häufige Fragen zu Rita Messmers Reinlichkeitsstudie

Wer ist Rita Messmer?

Rita Messmer ist Entwicklungspädagogin und Buchautorin. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit früher Ausscheidungskommunikation und Abhalten bei Babys und hat das Thema im deutschsprachigen Raum wesentlich mitgeprägt.

Was ist Rita Messmers Reinlichkeitsstudie?

Die 2012 veröffentlichte Untersuchung trägt den Titel „Reinlichkeitsmethode – Eine quantitative Befragung zur Reinlichkeit bei Säuglingen“. Messmer wertete 138 Fragebögen von Eltern aus, die bereits Erfahrung mit ihrer Methode hatten.

Wie viele Familien nahmen an der Studie teil?

Es wurden 138 ausgefüllte Fragebögen ausgewertet.

War Rita Messmers Studie eine klinische Studie?

Nein. Messmer bezeichnet die Untersuchung selbst als nicht experimentelles Querschnittsdesign. Die Eltern wurden einmalig befragt; es gab keine randomisierte Intervention und keine zufällig ausgewählte Kontrollgruppe.

Waren die teilnehmenden Familien zufällig ausgewählt?

Nein. Gesucht wurden gezielt Eltern, die die Reinlichkeitsmethode bereits praktizierten oder praktiziert hatten. Die Stichprobe ist deshalb nicht repräsentativ für alle Familien.

Hat die Studie gezeigt, dass Babys Ausscheidungssignale geben?

Viele der befragten Eltern berichteten, bei ihren Babys Ausscheidungssignale wahrzunehmen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jedes Baby vor jeder Ausscheidung ein eindeutiges universelles Signal zeigt.

Hat Rita Messmers Studie bewiesen, dass man vor dem dritten Monat mit Abhalten beginnen muss?

Nein. Innerhalb ihrer Stichprobe fand Messmer einen Zusammenhang zwischen früherem Beginn und weniger berichteten schwierigen Phasen. Ein biologisches Zeitfenster, das nach drei Monaten definitiv endet, wurde dadurch nicht bewiesen.

Hat die Studie Vorteile von Stillen und Tragen für Abhalten bewiesen?

Nein. Messmer fand verschiedene statistische Zusammenhänge zwischen Stillen, Tragen und Angaben zum Abhalten. Aus einem solchen Zusammenhang lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache Wirkung Beziehung ableiten.

Gibt es inzwischen neuere Forschung zu Abhalten?

Ja. Unter anderem existieren eine longitudinale Studie von Bender et al. aus dem Jahr 2021, eine internationale Literaturübersicht von Hindmarsh, Davis und Atchan aus 2025 sowie eine 2026 veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie aus Schweden.

Beweist die aktuelle Forschung gesundheitliche Vorteile von Abhalten?

Noch nicht eindeutig. Beobachtungsstudien berichten teilweise positive Zusammenhänge, die internationale Literaturübersicht bewertet diese Evidenz jedoch als erheblich bias gefährdet. Eine randomisierte Studie fand bis zum Alter von neun Monaten keinen Unterschied in der Gesamtprävalenz bestimmter funktioneller Magen Darm Beschwerden.

Ist Abhalten wissenschaftlich widerlegt?

Nein. Die Forschung untersucht unterschiedliche Fragen rund um Assisted Infant Toilet Training. Einige Beobachtungen wie Ausscheidungssignale und die praktische Umsetzbarkeit werden auch in neueren Studien beschrieben. Für viele weitergehende gesundheitliche Behauptungen reicht die Evidenz derzeit jedoch nicht aus.

Fazit: Eine interessante Studie – aber kein endgültiger Beweis

Rita Messmers Reinlichkeitsstudie ist spannend, weil sie bereits vor mehr als einem Jahrzehnt etwas systematisch untersuchte, das im westlichen Babyalltag wenig Aufmerksamkeit bekam:

die Kommunikation zwischen Eltern und Babys rund um Ausscheidungen.

138 Eltern berichteten über ihre Erfahrungen.

Messmer fand verschiedene Zusammenhänge zwischen:

  • frühem Beginn,
  • Ausscheidungssignalen,
  • Initiative des Babys,
  • Stillen,
  • Tragen,
  • Häufigkeit des Abhaltens
  • und dem Erleben der Eltern.

Das ist interessant.

Aber es ist nicht dasselbe wie der Nachweis:

„So funktioniert es bei jedem Baby.“

Oder:

„Wer nicht in den ersten drei Monaten beginnt, verpasst ein biologisches Zeitfenster.“

Oder:

„Abhalten verhindert bestimmte Erkrankungen.“

Für solche Aussagen brauchen wir deutlich stärkere Forschung.

Und genau deshalb finden wir die Entwicklung der letzten Jahre spannend.

Das Thema wird inzwischen international wissenschaftlich untersucht.

Es gibt longitudinale Studien.

Es gibt Übersichtsarbeiten.

Und inzwischen gibt es auch randomisierte kontrollierte Forschung.

Für uns bei Mata Origin bleibt dabei der einfachste Gedanke im Mittelpunkt:

Babys können rund um ihre Ausscheidungen beobachtet und begleitet werden.

Du kannst deinem Baby eine Möglichkeit außerhalb der Windel anbieten.

Du musst daraus kein Training machen.

Du musst keine gesundheitlichen Versprechen daran knüpfen.

Und du musst auch nicht vollständig auf Windeln verzichten.

Beobachten. Anbieten. Miteinander kommunizieren.

Wenn du Abhalten selbst kennenlernen möchtest, findest du in unserem kostenlosen Startguide für Abhalten & Windelfrei einen entspannten Einstieg.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Artikel dient der wissenschaftlichen und redaktionellen Einordnung der genannten Untersuchungen und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Problemen mit Wasserlassen, Stuhlgang, Verstopfung oder anderen gesundheitlichen Auffälligkeiten deines Kindes wende dich bitte an deine Hebamme oder kinderärztliche Praxis.

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Frequently Asked Questions About Holding

Many parents have similar questions at the beginning. Here you will find the most important answers at a glance.

When can I start toilet training?

You can start from day one. Many parents start right after birth – others weeks or months later. Both are perfectly fine. Your baby is born with the ability.

Do I have to completely give up diapers?

No. Elimination Communication doesn't mean you stop using diapers. Many families combine both in a relaxed way. It's not about perfection, but about communication with your baby.

What if I don't recognize my baby's cues?

This is completely normal at the beginning. Over time, you will understand your baby better and better. You can also use fixed times, for example after sleeping or breastfeeding.

Isn't elimination communication stressful in everyday life?

Many parents experience quite the opposite. Fewer full diapers, less stress during changes – and often calmer, clearer communication with the baby.

Does "holding off" also work at night?

Yes, that's possible. Many babies also express their needs at night. The important thing is to find a way that is relaxed for both of you. It doesn't have to be perfect – every small step counts.

What do I do if it doesn't work out?

Then that's perfectly fine. Abstinence is not an all-or-nothing concept. You can always pause and resume later. Every attempt is a step forward.

What helps me the most when getting started?

Most important is trust in yourself and your baby. And sometimes small, thoughtful things help make everyday life easier – for example, clothing that can be opened quickly or a suitable elimination communication diaper.

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